HAIDUK - Exomancer

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VÖ: 17.10.2018
Bandinfo: HAIDUK
Genre: Black / Death Metal
Label: Eigenproduktion
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Lineup  |  Trackliste  |  Credits

Luka Milojica ist HAIDUK, eine Ein-Mann-Riffschmiede aus Calgary, Alberta (Kanada). Wer sich über das Projekt informiert, der wird vermutlich auch auf den Satz "Haiduk is the death metal solo-project by guitarist Luka Milojica" stoßen und sich fragen, weswegen bei einer Ein-Mann-Band, bei der logischerweise ein Mann alles macht, seine Präsenz als Gitarrist explizit hervorgehoben wird. Die kurze und prägnante Ansage bringt damit schon auf den Punkt, worum es bei HAIDUK geht - Sechssaiterkunst in extremen Gefilden.

Mit "Exomancer" geht HAIDUK in die dritte Runde und führt das Werk seiner Alben "Spellbook" (2012) und "Demonicon" (2015) fort. Wie zuvor arbeitet Einzelkämpfer Luka Milojica in Eigenregie und präsentiert zehn neue Kompositionen, die dem Stil seiner ersten Werke folgen, dabei aber weiter vom Death Metal in Richtung Blackened Death Metal wandern. HAIDUKs Musik konzentriert sich, wie bereits angedeutet, auf die Gitarrenarbeit und stellt diese bewusst in den Mittelpunkt. Die Drums kommen auch auf "Exomancer" wieder aus der Büchse. Die meisten Stücke verfügen zwar im Grundsatz über Lyrics, die aber eher minimalistischer und kryptischer Natur sind und sich auf wenige Zeilen beschränken. So lautet in "Icevoid Nemesis" einer der "längeren" Texte: "spectral lord of ice / draining warmth of life / fading sight / mind departs".

Musikalisch baut HAIDUK auf technische Riffs, bei denen sich Black Metal und Death Metal die Hand geben. Der "Exomancer" bleibt aufgrund der eher wortkargen Lyrics über weite Strecken instrumental und benötigt daher auch keine klassischen Songstrukturen. Stattdessen gibt es eine ineinanderfließende Folge verfrickelter Riffs, die gelegentliches Potenzial zum Ohrenverknoten aufweisen ("Subverse", "Pulsar"). Das Tempo variiert dabei häufig zwischen Midtempo und Uptempo, wodurch Spannungsbögen entstehen und die treibenden Passagen mehr Gewicht erhalten, vgl. Tempowechsel im Opener "Death Portent". In den langsameren Passagen driftet die Gitarre zuweilen ins Hypnotische ab.

Beim Sound wurden im Vergleich zu den älteren Alben die Bässe zurückgefahren, wodurch HAIDUK auch klanglich näher in den schwarzmetallischen Bereich rückt. Gleichzeitig wurde bei der Produktion abermals nachpoliert und der Trend von "Demonicon" fortgeführt, das seinerzeit bereits klinischer daherkam als das Erstwerk "Spellbook". Im Resultat klingen die Gitarren und besonders der Drumcomputer trocken und maschinell, sodass man zuweilen, trotz aller Freude über die astrale Eiseskälte, vergebens nach der Seele der Musik sucht.

HAIDUK spielt ausgefeilte Gitarrenmusik, die mit "Exomancer" weiter vom Death Metal in den Black Metal vordringt. Luka Milojicas Fertigkeiten am Sechssaiter sind unbestritten und seine Kompositionen haben Potenzial. Leider sind sie aber im Umkehrschluss ein wenig eintönig und ohne allzu große Aha-Effekte. Mit einigen wohldosierten kreativen Impulsen, packenderen Melodien und einem etwas lebendigeren Klang könnte man aus HAIDUKs Gitarrenakrobatik noch mehr rausholen. Wir bleiben gespannt.



Bewertung: 3.5 / 5.0
Autor: Lord Seriousface (26.12.2018)

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