BLOOD OF SERPENTS - Sulphur Sovereign

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VÖ: 25.09.2018
Bandinfo: BLOOD OF SERPENTS
Genre: Black Metal
Label: Non Serviam Records
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Lineup  |  Trackliste  |  Credits  |  Trivia

BLOOD OF SERPENTS wüten seit 2012 und lassen mit "Sulphur Sovereign" ihr zweites Langeisen auf die Welt los. Die noch junge Band hat bereits den einen oder anderen Besetzungswechsel hinter sich - so ist vom Lineup ihres Debuts "Black Dawn" nur noch Gitarrist und Songwriter Fredrik Nilsson übriggeblieben. Mit den neuen Musikern, kausaler Zusammenhang dahingestellt, kam auch eine stilistische Neuordnung.

Auf "Black Dawn" spielten die Schweden einen schnellen und aggressiven Mix aus Thrash und Death Metal, der hörbar mit dem Black Metal liebäugelt. Mit "Sulphur Sovereign" serviert uns die neu formierte Truppe nun einen lupenreinen schwedischen Schwarztee, der besonders Hörern von MARDUK, DARK FUNERAL und Konsorten ein Genuss im Ohr sein dürfte. Das Gitarrenriffing wurde fast vollständig auf Tremolos umgestellt, der Thrash Metal ersatzlos gestrichen und der Death Metal hallt noch in homöopathischer Dosis nach. Auf Melodie oder Atmosphäre setzen die Schweden eher selten und treten stattdessen lieber durchgehend mit zwei Bleifüßen aufs Gaspedal. Ganz im Sinne der vorgenannten Referenz-Schweden geht es auf "Sulphur Sovereign" vorrangig um Geprügel, Gebolze, Armageddon. Punkt.

Damit ist der zweite Streich des schwedischen Krawall-Bollwerks im Kern erklärt. Das überwiegende Liedgut besteht aus unverfälschten Hassbatzen, die mit durchgehenden Blastbeats und Highspeed-Tremolos Kleinholz machen ("Devil's Tongue", "In Darkness, Brotherhood"). Mit der gebotenen Brachialität spielen sich BLOOD OF SERPENTS in die Nähe von DARK FUNERALs "Vobiscum Satanas" oder "Diabolis Interium", jedoch ohne deren durchdringende Melancholie. Dazu zocken die Schweden diese tollen, flirrenden Tremolos, bei denen man die Anschläge nicht mehr heraushören kann, weil sie zu schnell gespielt und zu verzerrt abgemischt sind. Unterm Strich klingt das Ganze dann ein wenig wie ein bedrohlicher Wirbelsturm, wie man ihn beispielsweise von "Panzerdivision Marduk" oder von SATYRICONs Über-Album "Nemesis Divina" kennt. "As The Temple Burns" walzt bedrohlich im Midtempo und baut zur Abwechslung stark auf Atmosphären-Leads, nicht jedoch ohne zwischendurch ordentlich ins Uptempo abzuheben und die Blast-Keule auszupacken. Die Nummer bildet damit - neben dem überleitenden "Canticle" - einen Ausreißer und den wohl vielschichtigsten Song des Albums.

Der Sound nach alter schwedischer Tradition lässt keine Wünsche offen, prominente Unterstützung gab's hinter den Kulissen: die Produktion und teilweise auch das Mixing und Mastering ("Canticle") stammen von Lars Broddesson, der MARDUKs Studioalben "Wormwood" und "Serpent Sermon" eingetrommelt hat. Das weitere Mixing und Mastering übernahm MARDUK-Basser Magnus "Devo" Andersson. Zudem geben verschiedene Quellen übereinstimmend an, dass das gelungene Coverartwork von keinem Geringeren als GORGOROTH-Fronter Atterigner stamme, der hier unter dem Pseudonym "Khaos Diktator Design" arbeitete.

BLOOD OF SERPENTS zweites Album ist ein pechschwarzer Akt der Gewalt und spielt in puncto Brachialität in den oberen Rängen. Dass die Namen MARDUK und DARK FUNERAL in meinen diesbezüglichen Zeilen häufig erwähnt werden, kommt nicht von Ungefähr. Die Schweden machen auf ihrem zweiten Langspieler definitiv nichts falsch und liefern einen Ohrenschmaus für Freunde besagter Kombos. Sollte sich auf Album Nummer drei noch das gewisse Etwas einfinden, welches die Jungs etwas deutlicher von ihren Vorbildern abhebt, so dürfte ihnen am Eintritt in die höheren Ligen des Black Metal nichts mehr im Wege stehen.



Bewertung: 4.0 / 5.0
Autor: Lord Seriousface (22.12.2018)

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