PSYCROPTIC - As The Kingdom Drowns

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VÖ: 09.11.2018
Bandinfo: Psycroptic
Genre: Technical Death Metal
Label: Prosthetic Records
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Lineup  |  Trackliste

Über PSYCROPTIC könnte man viele Geschichten schreiben. Etwa, dass sie aus dem australischen Tasmanien kommen, bekannt vor allem durch den tasmanischen Teufel Taz von den Looney Tunes; oder dass die treibende Kraft der Band das Brüderpaar Joe (Gitarre) und Dave (Drums) Haley sind; oder dass sie mittlerweile seit fast 20 Jahren mit nur zwei Besetzungswechseln gemeinsam Musik machen (Bassist Todd Stern, seit zwei Jahren dabei, und Shouter Jason Peppiatt, seit 13 Jahren dabei, sind die Frischlinge).

Aber diese Geschichten sind nur Nebensache, wenn es um die Musik von PSYCROPTIC geht. Die Jungs haben es als eine der wenigen Bands geschafft, sich im ausufernden Tech Death Sektor etwas ganz Eigenständiges zu schaffen. Das hat zwar auch lange gedauert (einige Fans trauern den eher unoriginellen Death Metal Anfangstagen der Truppe hinterher), aber mittlerweile ziehen die Vier ihr Ding auf ganz hohem Level durch.

Der bisherige Höhepunkt war das 2012er Machwerk „The Inherited Repression“, wo die technisch-progressive Note der Band perfekt mit todesmetallischer Härte gepaart war; das folgende „Psycroptic“ war dann auch nicht wirklich schlecht, verlor sich aber etwas in gewollter Progressivität. Aus diesem kurzen Zwischentief tauchen PSYCROPTIC jetzt mit „As The Kingdom Drowns“ wieder eindrucksvoll auf: gleich der Opener „We Were The Keepers“ zeigt alle Stärken der Truppe (rasendes Riffing, derbe Drums, und eine himmlische Hook zum Refrain), und sogar ein Frauenchor für den Hintergrund ist sich im Budget ausgegangen, der den Refrain noch etwas aufpeppt.

Und wenn man mehr in das Album hineinhört, wird klar, dass PSYCROPTIC ihr Spektrum nochmal erweitert haben. Das wird zum Beispiel beim Titeltrack, beim unerwartet düster-epischen „Upon These Stones“, oder beim Rausschmeißer „You Belong Here, Below“ (wo fetter Groove auf Highspeed-Gitarrenshreds und einen unbarmherzigen Refrain treffen) so richtig deutlich. Bei „As The Kingdom Drowns” wurde im Gegensatz zum Vorgänger-Album noch mehr Wert auf krachende Death Metal Riffs gelegt, wie man etwa bei „Frozen Gaze“, „Beyond The Black“ oder dem aggressiven „Momentum Of The Void“ hören kann.

Was PSYCROPTIC aber einzigartig macht, sind die Gitarrenparts von Joe Haley. Mit der Schnelligkeit eines tasmanischen Teufels (das war schon fast zu einfach…) turnt sich der gute Mann über das Griffbrett, auf dass einem der Mund offenbleibt. So ein Riff (man höre etwa bei „Directive“, „As The Kingdom Drowns“ oder „Upon These Stones“ nach) fühlt sich an wie Tantra-Sex: es hört einfach nicht auf, immer wenn der Höhepunkt fast da ist geht es noch ein Stückchen weiter, bis dann am Ende das Glücksgefühl umso höher ausfällt.

Als einziges kleines Manko bei „As The Kingdom Drowns“ stellt sich die ein bisschen zu oft verwendete Untermalung vom Refrain mit Frauenstimmen heraus, was als einzelnes Feature nett ist, aber bei zu vielen Songs dann auf Dauer etwas nervt. Ansonsten sind PSYCROPTIC aber am Höhepunkt ihres Könnens und stellen mit dem Album sogar „The Inherited Repression“ in den Schatten.



Bewertung: 4.5 / 5.0
Autor: Luka (19.12.2018)

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