BEAST IN BLACK - From Hell With Love

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VÖ: 08.02.2018
Bandinfo: BEAST IN BLACK
Genre: Melodic Power Metal
Label: Nuclear Blast Records
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Lineup  |  Trackliste

Ich sag´s gleich – dieses Album wird wieder gewaltig polarisieren. Die True Metal Fans werden nichts mit dem Disco-Metal-Sound auf "From Hell With Love" anfangen können. Aber anderen wird es so gehen wie mir, sie werden dieses Album lieben. Ich finde es cool, dass sich die Jungs von BEAST IN BLACK nichts sch…. wie man bei uns so schön sagt, sondern einfach das machen, was ihnen Spaß macht – das hört man vom ersten bis zum letzten Song – und das ist nun mal Power-Disco-Metal. Soviel Mut und Sanges- sowie Spielfreude gehört in meinen Augen entsprechend belohnt. Nun aber der Reihe nach.

2017 kam BEAST IN BLACKs Debütalbum „Berserker“ heraus. Gegründet von Anton Kabanen, Ex-BATTLE BEAST, und unter seiner Federführung entwickelte die Band einen melodischen Powerstil, der sofort eine große Fanschar fand. Zusätzlich setzte der begnadete Sänger Yannis Papadopoulos mit seinen hohen und tiefen Singstilen der Band einen Stempel auf. Dieser Grundstil wird beim neuen Album fortgeführt. Musikalisch ist „From Hell With Love“ oft dem Erstling sehr ähnlich, zeigt aber mit den Disco-Beats und den zahlreichen Choreinlagen einen neuen Fun-Aspekt. Textlich befassen sich die Songs diesmal neben der „Berserk“ Serie auch mit der ebenfalls japanischen Manga- und Anime-Serie „Fist Of The Northstar«, die ein Auslöser für den Albumopener „Cry Out For A Hero“ ist.

Obwohl pompös und mit viel Gitarren und Bass gespickt, geht „Cry Out For A Hero“ extrem fetzig, rockig und discomäßig ab, und weckt daher Vergleiche mit einem ähnlich rockig-rauen Song von BONNIE TYLER in den 80ern („Holding Out For A Hero“). Fehlt eigentlich nur mehr das Strobolicht und die bunten Lichterorgeln, um das Disco-Feeling perfekt zu machen. Der Beat ist tanzbar und fährt in die Beine, wir hören Ohrwurm-Melodien und Yannis singt und screamt (gelegentlich so, als würde man ihn in die Eier kneifen) sich durch die Nummer. Der Titletrack „From Hell With Love“ ist anders, als man es sich von einer Metal Band erwartet. Und genau dieser Unterschied wird polarisieren wie wild, kann ich mir vorstellen. Die einen werden es hassen, die anderen werden sich in diesen Rhythmus verlieben und wochenlang nicht mehr aus dem Ohr bekommen (wie zum Beispiel ich).

Wer bis jetzt durchgehalten und positiv überzeugt ist, für den ist „Sweet True Lies“ sicher der nächste Leckerbissen mit seinen massiven Riffs und Backing Vocals. Dazu gibt es auch ein köstliches Video mit Anlehnung an die 80er/90er Disco Szene. Achtung – gefährliche Nummer! – am Ende des Tages bekommt man den Beat nicht mehr aus dem Kopf und spuckt beim Zähneputzen den Spiegel voll bzw. zuckt im Bett noch weiter nach diesem Rhythmus. Einen Discogang zurück geschalten und „Repentless“ wirkt mit den eindringlichen Riffs, Soli, knackigen Bässen und dem Drive hinterm Schlagzeug härter. Die unausweichlichen Keyboardspielereien und Chöre bleiben aber. Gesangstechnisch bringt Sänger Yannis wieder alles von knabenhaft hoch bis zu richtigem Männergesang und unter die Haut gehenden Screams. Eigentlich fast unglaubwürdig, aber man kauft es ihm ab. Die langen „oooohooooo“ Strecken bieten sich hervorragend zum Mitsingen/grölen an. Also eine äußerst live-taugliche Nummer.

In dieser schönen Manier geht es weiter, mal mehr, mal weniger hart, aber immer mit viel Fun und Power.
Disco Keyboard bei den Anfängen von „Die By The Blade“, obwohl der Text gar nicht so hübsch ist, wie die Melodie. Eindringlich und mit kräftigem Disco-Metal schmückt sich „Unlimited Sin“. Die Riffs und Soli fallen auf und natürlich der Synthie, Erinnerungen an die 90er werden wach. Die Elektroklänge von „True Believer“ legen noch ein Schäuferl nach. Diese Nummer ist sicher der Höhepunkt der Discowelle auf dem Album und glänzt erneut durch eine herrliche Kombination aus Electro, harten Beats, eindrücklichen Riffs und Soli, sowie motivierenden Chören und passenden screaming Vocals.

Bei „This Is War“ hören wir eine Mischung aus Powermetal und ruhigen Takten mit Flöten, quasi einen Hauch Folk Metal der mitmischen darf. Fanfarengebläse und galoppierender Bombasticsound, der in 90er Disco übergeht: „Heart Of Steel“. Die Refrains sind eines Kinofilms würdig, ich kann mich aber nicht entscheiden, ob Fantasy oder doch eher eine Hymne à la „Eye Of The Tiger“, weil von dieser AOR Richtung steckt hier auch einiges drinnen.

„Oceandeep“ fällt mit seinen sanften Flötenklängen etwas aus der Reihe, weil es unter all diesen Power-Nummern eine gesanglich eigenwillige Ballade ist. Yannis haucht sich durch den Song, sodass man anfänglich glaubt, es ist ein Girl, das nun singt. Der Song klingt ganz stark nach vielen typischen Female Fronted Symphonic Bands und arbeitet sich Takt für Takt zum fulminanten Höhepunkt mit düsteren Gitarrenriffs und drückenden Bässen hin. Zum Schluss groovt sich „No Rurrender“ noch durch die Lautsprecher und ist ein würdiger Abschluss für dieses Power-Disco-Metal-Album.

In Summe ein geniales Album, das trotz Mainstream nicht Mainstream ist. Man hört bei jedem Song die Freude raus, die ihnen das Songschreiben und Aufnehmen bereitet hat. Technisch/musikalisch ist die Band auch gut drauf. Das Discolastige ist also nicht als Ablenkung gedacht, sondern als Sahnehäubchen. Jedoch wissen wir alle, dass nicht jede/r auf Sahne steht.
Ich hoffe, ich krieg euch mal live zu sehen, Jungs!

 



Bewertung: 4.5 / 5.0
Autor: Lady Cat (03.02.2019)

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