IN THIS TEMPLE - Anima

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VÖ: 03.11.2018
Bandinfo: In This Temple
Genre: Progressive Metal
Label: Eigenproduktion
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Lineup  |  Trackliste

IN THIS TEMPLE stellten wir euch mit ihrem düsteren Debütalbum „Deadlight“ bereits vor zwei Jahren in unserer Serie Underground von Unten vor. Nun haben die Steirer mit „Anima“ einen Nachfolger im EP-Format am Start, der den Faden des Debüts weiterführt. Dabei gehen IN THIS TEMPLE gefühlt etwas weniger kantig an den Start als noch auf dem Album und rücken in eine marginal melodisch-progressivere Schiene.

Die Grundzutaten sind auf „Anima“ aber gleich geblieben – auf einem Bett aus schmetternden, Core-lastigen Gitarrenriffs türmen sich fragile, träumerische Parts, die oftmals auch mit zarten elektronischen Anleihen spielen, während Sänger Jan und sein unterstützender Kollege an der Gitarre gesanglich ausdrucksstark die komplette Palette von heiserem Geschrei, über deftiges Geplärr, bis hin zu ausnehmend starkem, melodischem Cleangesang durchqueren – sehr schön im derb stampfenden Brecher „Stories Repeat“ zu hören. Deutlich proggigere Pfade beschreiten IN THIS TEMPLE in „Artificial Mind Design“, das sowohl mit flotten Geschwindigkeitseruptionen als auch vertrackten Rhythmen spielt und kräftiges Geschrei gegen atmosphärische Melodiebögen und klagenden Cleangesang stellt. „Undertow" bringt vermehrt elektronische Elemente ein, die dem Song unaufdringlich aber prägend Kraft geben und ihn im Verein mit düsterem Riffing fast schon ein wenig in Richtung Industrial rücken. Ruhiger Beginn und sich langsam aufbauende Stimmung kennzeichnet „Flying Colors“, ehe wütende Riffattacken mit bedrohlichem Unterton einen schönen Spannungsbogen bis zum breitwandigen Höhepunkt kreieren, der mit unspektakulärem, aber wirkungsvollem Ende die EP rund abschließt.

IN THIS TEMPLE verquicken auch auf „Anima“ so viele Genreanleihen auf lockere Art und Weise, dass sie sich einer Klassifikation gekonnt entziehen. Schubladendenken ist sowieso out, besonders wenn man so einem modern klingenden musikalischen Bastard lauscht, der mit gekonnter Hand die Balance zwischen coriger Brachialität, progressiver Spielerei und melodischer Verletzlichkeit findet. Das macht IN THIS TEMPLE vielleicht schwer zugänglich für manch einen, bietet aber gerade den Liebhabern musikalischer Kost außerhalb ausgetretener Pfade und enger stilistischer Grenzen Stoff für musikalische Genussmomente vor der heimischen Anlage. Vor allem, da auch die Produktion wieder ausnehmend erdig und dicht geraten ist, dass die Sache auch amtlich durch die Boxen fetzt. Das Warten hat sich gelohnt und IN THIS TEMPLE können auch in Kurzform überzeugen.

 



Bewertung: 4.0 / 5.0
Autor: Anthalerero (18.12.2018)

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