PASTY CLAN - Wir Ihr Sie

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VÖ: 28.10.2018
Bandinfo: Pasty Clan
Genre: Hardcore
Label: WOOAAARGH Records
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Lineup  |  Trackliste  |  Credits  |  Trivia

Klappe zu und aufgehorcht! Die käsigen St.Valentiner aus Niederösterreich klatschen den Hardcorefans ihr Debütalbum „Wir ihr Sie“ ins Gesicht. Mit ihrer rohen Gewalt machen sie die Bühnen unsicher und, laut PASTY CLAN, verschwenden sie keine Zeit für technisch versierten „Schnickschnack“ weil sie „keinen Platz dafür haben“. Die selbsternannten „Schweinerocker“ bezeichnen ihre Vorgehensweise auf vornehmliche Art die „Reduced-to-the-Max-Philospohie“. Pogende Punks können sich zur Musik eines wütenden Spaßhaufen die Gelenke überstrapazieren bis sie der Alkoholkonsum oder ihre Schmerzen in die Knie zwingen. Mal sehen ob ich beim Zuhören des Albums dem Einen oder dem Anderen erliege.  

Bei näherer Betrachtung erkennt man auf dem Albumcover die Musiker als Fingerpuppen abgebildet. Das Artwork ist eine Anlehnung an eine alte Werbung einer Bank nachempfunden. Für einen kleinen Schmunzler immer gut. Als ich die Scheibe in meinen Standrechner hineingeworfen habe, fetzen die Österreicher ohne langwierige Intros gleich los. PASTY CLAN haben nicht zu viel versprochen. Simple Power Chords bilden das Gerüst der geballten Kraft, während die Drums die Band auf rhythmischem Kurs hält. Bene (Vocals) schreit sich teils in englischer, teils in deutscher Sprache die Seele aus dem Leib. Summa summarum eine solide Hardcore-Darbietung par excellence, die konstant die Stimmung aufrechthält.

Die vier Musiker ecken wie die meisten Bands an der Gesellschaft an und machen sich über den öden Alltag der Menschen lustig. Wer nach einer Geschichte, die sich in mehreren Liedern durchgezogen sein soll, sucht ist hier fehl am Platz. Ihre „Reduced-to-the-Max-Philosophie“ halten sie auch bei ihren Liedertexten strengstens ein. „Pay to Play“ oder  „Kraft der Natur“ sind zum Beispiel jene Lieder, die der Monotonie entflohen sind. Der disharmonische Wahnsinn wird hier großgeschrieben und hebt sich vom Rest des Albums deutlich ab. Auch bei den von mir genannten Beispielen gilt das Gebot "In der Kürze liegt die Würze". Genau bei diesen Liedern wäre eine etwas längere Version wünschenswert gewesen, aber ich schätze, die Bescheidenheit liegt in der Natur des Hardcore-Genres.

Vor lauter Moshen zu „Wir Ihr Sie“ kommt man ganz schön ins Schwitzen. Auch wenn die Schweinerocker ordentlich Power haben, wirken die Lieder nach einer Weile ein wenig fade. Die rohe Kraft ist ein altbewährtes Mittel, um Menschen in eine herumtollende Manie zu versetzen. Zugleich ist PASTY CLANs Philosophie jedoch auch eine Gratwanderung. Songs, die auf simplen Strukturen aufbauen, können schnell in eine Monotonie abdriften, die das Interesse des Zuhörers in Nullkommanichts verschwinden lässt.



Bewertung: 2.5 / 5.0
Autor: Julian Dürnberger (15.12.2018)

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