MARIUS DANIELSEN'S LEGEND OF VALLEY DOOM - Legend of Valley Doom - Part 2

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VÖ: 30.11.2018
Bandinfo: MARIUS DANIELSEN'S LEGEND OF VALLEY DOOM
Genre: Epic Metal
Label: Crime Records
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Lineup  |  Trackliste

"Legend Of Valley Doom 2" steht für Epic Metal Opera,die Zweite
Das große Werk von MARIUS DANIELSEN erhält nach drei Jahren einen Nachfolger, bzw. den zweiten Teil der Trilogie um "Valley Doom". Am epischen Powermetal Aufbau hat sich nichts geändert. Alle, die Teil 1 kennen, können von einem entsprechenden Fortsetzen ausgehen. Und natürlich geben sich wieder viele bekannte Namen ein Stelldichein auf dem Album, die Gästeliste (siehe Lineup) ist endlos lange. Sehr bekannt zum Beispiel Michael Kiske (HELLOWEEN, UNISONIC), Blaze Bayley (ex-IRON MAIDEN), Tim Owens (ex-ICED EARTH, ex-JUDAS PRIEST) oder Bruce Kulick (ex-KISS),

Die Story: Das neue Album macht inhaltlich dort weiter, wo der erste Teil aufhörte. Nach dem Fall von König Thorgan liegt es am „Warrior King“, das Volk von Valley Doom in Sicherheit zu bringen. Sie fliehen zu ihren Verbündeten ins Königreich Eunomia, wo der „Warrior King“ mit seinen Verbündeten einen Plan schmieden muss, um den „Dark Lord“ zu besiegen. (Rückblick: der „Dark Lord“ hat im ersten Teil Valley Doom überfallen).

Dieser Inhalt wird mit langen, emotions- oder energiegeladenen Songs, vielschichtigem Songwriting und einem großem Aufgebot an bekannten Namen entsprechend umgesetzt. Beim ersten Stück "King Thorgan's Hymn" blickt der Geschichtenerzähler zurück auf die Ereignisse und ein feierlicher Lobgesang erinnert an den gefallenen König. Nach dieser ruhigen Einstimmung kommt bei „Rise Of The Dark Empire“ aber schon der Power Metal zum Zug und es ist vorbei mit den frommen Chorälen, dafür gibt es Doublebass und Gitarrenriffs und -soli en masse.

Damit wäre eigentlich der Hauptaufbau des Albums schon erklärt. Die Songs wechseln nämlich zumeist zwischen diesen Gegensätzen hin und her. Wir haben einerseits den Erzähler bzw. sanfte Vocals, hingebungsvolle, schmeichelnde Melodien und leise Instrumente sowie Orchesterpassagen und Piano. Andererseits schlägt der knackige Powermetal zu und fegt einen weg. Die Gitarren und das Schlagzeug verpassen den Songs einen gewaltigen Speed und hämmern sich durch die Boxen. Unterschiedliche Sänger nehmen sich der Aufgabe an, durch die epische Geschichte zu führen, musikalisch wird vor allem aus dem Cinematic Metal und Folk Metal einiges mitgenommen, Flöten, Dudelsack und unterschiedliche Soundeffekte sorgen für eine entsprechende Wirkung auf den Zuhörer. Vor dem geistigen Auge erscheint durch die Musik ein Bild von Kämpfen, Kriegern und vielschichtiger Fantasy.

Leider gibt es für meinen Geschmack auch einen Nachteil bei mehreren der überbordenden und detailverliebten Epic Metal Songs. Es wird einfach zu lange an den einzelnen Stücken gesungen und gespielt. Oft kann ich mich des Eindrucks nicht erwehren, dass man in einer Schleife hängt, immer wieder das gleiche Theme wiederholt wird, und die Songs einfach nicht enden wollen. Und das läuft eigentlich immer nach dem gleichen Schema ab. Schade, da steckt so viel Arbeit und Mühe dahinter, und dann ersticken so manche Songs in Endlosigkeit. Das erinnert mich an ein gutes Buch, das man irgendwann doch weglegt, weil Teile der Story immer wieder aufgewärmt werden oder die Dialoge ins Endlose gleiten, statt mit der Geschichte weiter zu machen. Der Leser bzw. Zuhörer hat nur eine bestimmte Zeit zur Verfügung, und die möchte er nutzen und nicht mit Wiederholungen füllen. Wenn das Album gut ist, drücke ich gerne auf repeat, aber innerhalb eines Songs jedes Mal ein minutenlanges Hinauszögern ist mir zu viel des Guten.

Dem Durchschnittsleser werden diese Informationen schon reichen. Für all jene, die sich tiefer einlesen wollen, hier eine Beschreibung der Songs:

Der Erzähler stimmt mit „King Thorgan’s Hymn“ ein. Bei „Rise Of The Dark Empire“ erzählen gleich mehrere Sänger und Chöre bzw. Stimmlagen weiter. Es gibt musikalische und sangestechnische Höhen, die Geschichte wird mit musikalischer Power vorangetrieben, aber für, bzw. nach dem dramaturgischen Höhepunkt gibt es eine längere ruhige Phase, mit schönem Gitarrensound. In den „Gates Of Eunomia“ spinnt der Erzähler die Geschichte weiter. Der Übergang zum Gesang ist ohne Bruch, da diese Nummer fast nur auf Gesang (Solo und Chor) basiert mit ein paar Streichern zur musikalischen Unterstützung. Dann der nächste fließende Übergang zu „Tower Of Knowledge“. Zuerst hören wir kurz vom Erzähler, dass der Barde gebeten wurde, die Geschichte vom Kampf um Valley Doom zu erzählen. Im nächsten Step wird wieder erzählend besungen, mit sich im Hintergrund haltenden Instrumenten. Bis zur Mitte des Songs sind fast nur Keyboard und Schlagzeug zu hören, bevor langsam eine Steigerung bei Story und musikalischer Untermalung folgen. Der Song arbeitet sich über viele  Minuten zum Höhepunkt hin und beinhaltet längere Parts, wo der Barde der Gitarre das Erzählen der Geschichte überlässt. Im Laufe des Songs kommt wieder der Gedanke hoch, dass es ein ziemlich einförmiges Wiederholen des gleichen Themas ist.

Zum Glück holt einen „Visions Of The Night“ vom einschläfernden Zustand zurück, und ist ein knackiger Symphonic-Powersong, bei dem vor allem das rasende Schlagzeug auffällt. Der Männerchor vom „Crystal Mountain“ passt zur klagenden Musik, die zähen Rhythmen und Riffs werden gelegentlich von der Gitarre aufgelockert, der Solo-Sänger singt rein und klar und rafft sich beim Refrain zu Screams auf, sodass Erinnerungen an alte Metal Hymnen auferstehen. Im langen Instrumentalteil blüht die Gitarre auf, die Riffs werden intensiver und schneller, die Sologitarre arbeitet am Höhepunkt. Im letzten Drittel Speed retour, damit Erzähler und Sänger weiter erzählen können. Sieben Minuten, sehr langsam und hinausgezogen.

"By the Dragon's Breath" ist ruhig, erzählend. Nach einer Minute Wechsel in epischen Power-Sound und anderer Sänger. Metalmäßig, vielleicht noch am ehesten in Richtung IRON MAIDENs „Run To The Hills“ zu sehen. Natürlich gibt es wieder mehrere Geschwindigkeitswechsel in diesem Song und gegen Ende sind wir wieder retour beim Erzählstil.
Das balladenhafte „Under The Silver Moon“ klingt nach den Powernummern hingegen wie ein Weihnachtslied. Die sanften Chöre und zarten Klänge bezaubern garantiert die Oma jedes Metal Fans, und beim Gitarrensolo wird sie sicher wohlwollend drüber hören. Auch „Angel Of Light“ geht es auf eine gewisse Art sanfter an. Es ist eine epische Hymne, wo die schöne Melodie sowie der Einsatz der Streicher erneut vom extrem schnellen Beat des Schlagzeugs unterlegt werden. Das wirkt zuerst fast ein wenig unpassend, aber ab der Mitte ist dieser Affenzahn besser angesiedelt, weil auf Gitarren gesetzt wird.

“Princess Lariana's Forest” ist ein sehr langes Stück, insgesamt fast zehn Minuten lang. Es beginnt mit einer sanften Einführung des Erzählers, geht über in einen epischen, ein wenig tragisch und düster klingenden Song, in dem es darum geht, dass die Dunkelheit nicht siegen darf. Dann folgen Power/Symphonic-Anteile, Duette, Orchester, Streicher, Folk etc. Je nach Inhalt der Story (Kämpfe, Beschreibung, das befürchtete Ende, Fortschritt der Geschichte) wechselt die Intensität von Melodie und Rhythmen. Male und female Vocals wechseln entsprechend ab, um mit den Streichern Höhepunkte herauszuarbeiten. Prinzipiell hat man in diesem langen Song mehrere Stücke auf einmal verpackt. Der „Temple of the Ancient God“ ist die nächste fetzige Hymne mit Höhenflügen des Sängerpaares und des Chors und bietet die letzte Gelegenheit noch mal alle Register zu ziehen, bevor bei „We Stand Together“ mit Chor und arienartigem Gesang die Geschichte für heute ihr Ende nimmt.

Fazit: Das Album ist ein Leckerbissen für Liebhaber langer Stücke, arienhaften Gesangs und Choreinlagen, sowie mit einem Faible für musikalische Detailverliebtheit. Für andere ist es eher schwer verdauliche Kost. So eine Metal-Oper ist eben nicht jedermanns Sache, hat aber auf jeden Fall ihre Fans.



Bewertung: 3.5 / 5.0
Autor: Lady Cat (17.12.2018)

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