GOATS OF DOOM - Rukous

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VÖ: 07.12.2018
Bandinfo: GOATS OF DOOM
Genre: Black Metal
Label: Primitive Reaction
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Lineup  |  Trackliste

Ziegen sind nicht nur sehr sympathische Tiere, nein, ihr Name und Angesicht zieren auch unzählige Banner, Shirts und Aufnäher von schwarzmetallischen Bands rund um den Globus. Da wundert es auf den ersten Blick, dass es tatsächlich bis 2008 gedauert hat, bis eine Combo den verheißungsvollen Namen GOATS OF DOOM erwählte. Die aus den beiden Musikern Scaregod (Leadvocals, Gitarre, Bass) und Inasnum (Cleanvocals, Drums) bestehende Band feiert dieses Jahr ihren zehnten Geburtstag. Mit "Rukous" (finnisch für "Gebet") liefern die Finnen ihr viertes Studioalbum und gleichzeitig den angemessenen Soundtrack für das Ziegenjubiläum.

GOATS OF DOOM spielen einen facettenreichen Black Metal, der einerseits harsch und wütend daherkommt, aber andererseits auch sehr viel Melodie und Musikalität aufzeigt. Den Symphonic-Anteil der älteren Werke haben die Geißböcke auf "Rukous" über Bord geworfen, erlauben sich dafür aber auf anderen Wegen Vielfalt. So finden auch eher genrefremde Stilelemente wie klassische Heavy Metal Soli und rotzige Punkbeats Einzug in das Grundgerüst aus räudigem und kakophonem Black Metal. Der Opener "Veressä on perustani juuret" bspw. beginnt zunächst eher standesgemäß mit (zugegebenermaßen melodischen) Tremolos, Blastbeats und krächzigen Vocals. Der Schlagzeugbeat wechselt stellenweise in die erwähnten Punk-Sphären, die Gitarren strotzen vor Melodie und geizen nicht mit Soloeinlagen, zum Ende hin auch mehrstimmig. "Law ov Liberty" beginnt zunächst leicht melancholisch auf der Akustikgitarre, woraufhin dieselbe, eingängige Melodie plötzlich von klirrenden Tremolos mit Blastbeatbegleitung fortgeführt wird. Auch hier gibt es wieder reichlich Rotzpunkattitüde und Melodie. Zum Ende hin folgt Klargesang, der passenderweise so klingt, als sei er von einer Ziege gemeckert worden (Anspieltipp). Der mystisch anmutende Rausschmeißer "Riivaaja" (finnisch für "Teufel" oder "Dämon") beginnt zunächst in niedrigem Tempo und baut nach und nach Spannung auf. Es folgen mehrere Tempowechsel und ein Akustik-Interlude, der Gesang wechselt stellenweise von kratzigem Krächzen zu dreckigem Brüllen ("Eleutherioksen nimeen!") und zurück. Den Ausklang bildet der von einer einprägsamen Bassspur getragene Klargesang, die Aktustikgitarre setzt den Schlusspunkt.

Der Schlussakt auf "Rukous" ist übrigens eine Neuaufnahme, deren Urversion bereits auf dem DØDKVLT-G.O.D.-Splitalbum "Deatcult Ov Doomgoat" (2011) erschienen ist. Bandleader Scaregod bekundet dazu, dass die heutige Form eines seiner ältesten Songs um Einiges besser klingt und seinen ursprünglichen Erwartungen entspricht. Im direkten Vergleich klingt die neue Version deutlich ungestümer, inbrünstiger und besessener. Und da die Band die Bedeutung des Songs als "umgekehrten Exorzismus" beschreibt, kann man das durchaus als passend bezeichnen.

GOATS OF DOOM verbinden schäbigen Untergrund-Black-Metal mit erfrischender Musikalität und einem Hang zur Mystik. Das allgemein melodische Riffing und die zahlreichen Heavy-Metal-Einschübe lockern die melancholische Stimmung auf und schaffen Wiedererkennungswerte - ein durchaus interessanter und hörenswerter Vertreter der finnischen Schwarzmetallkunst.



Bewertung: 3.5 / 5.0
Autor: Lord Seriousface (05.12.2018)

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