BPF - Remote Viewing

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VÖ: 24.08.2018
Bandinfo: BPF
Genre: (nicht klassifizierbar)
Label: Savage Gringo
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Lineup  |  Trackliste

Auf der "Remote Viewing"-EP treffen zwei Urgesteine zusammen, die sich innerhalb der Goth- und Alternative-Szene besonders in deren Anfangstagen einen Namen gemacht haben. Neben Big Paul Ferguson, seines Zeichens Mitbegründer und Gitarrist von KILLING JOKE, ist die Arbeit von Mark Gemini Thwaite vertreten, der Gitarrist der Alternative-Band THE MISSION (Fun Fact: der Bassist von THE MISSION spielte u.a. bei THE SISTERS OF MERCY, THE CULT und THE ALARM).

Quietschende Syntheziser und seltsame Rhythmen eröffnen "The Hungry Ghosts". Big Pauls Stimme erklingt monoton, wie aus einem Radio. Er könnte in diesem Song fast wie eine männliche Version von Anne Clark durchgehen. Während das Intro zunächst ein eher ruhiges Stück erwarten lässt, dringen harte Gitarrenparts im weiteren Verlauf in ganz andere Tiefen vor.

Es klingt nach klassischem Industrial, wenn "Reboot" ertönt. Rhythmisch-monotones Stampfen, Gleichförmigkeit. Der Hauptfokus liegt auf diesem Beat, der wieder mit nach Radio klingenden Vocals ergänzt wird. Was genau einen Reboot benötigt, bleibt unverständlich.

"The Great Motivator" als treibender, an Industrial erinnernder Track kann als Motivator für Sportübungen angesehen werden. Mal wieder die Radio-Hall-Stimme. Die Musik ist reduziert, Beat und Synthie-Sounds. Viel Verzerrtes, zwischendurch etwas nach Bongos klingendes. Ein Song, der für das BATCAVE sicherlich geeignet wäre.

Der einzige ruhige Song dieses Albums, "Terrible Warriors", lässt stellenweise Erinnerungen an DEAD CAN DANCE entstehen. Hinzu kommen sanfte Synthies und Scratch-Klänge. Der Radio-Effekt fehlt hier, dafür umso mehr Hall. Ein wenig Erholung für die Gehörgänge.

Der offenbar nach einer Spielekonsole benannte Song "XBOX" ist sehr auf die Vocals fokussiert. Beschrieben wird die Hamsterrad-Situation eines unkontrollierten Kapitalismus. Hart Arbeiten und dennoch nicht die Familie ernähren können, Trinkwasser, das durch Fracking verunreinigt wird. Der Gebrauch der X-Box als Zeitverschwendung und Ablenkung. Um nur ein paar der angesprochenen Punkte zu nennen.

"I Am War": hatten KILLING JOKE da nicht mal einen Song mit dem Titel "I Am The Virus" gemacht? Ein gewisser Drummer kam wahrscheinlich nicht ganz aus seiner Haut, als er "I Am War" produzierte.

Den Abschluss des Albums bildet "Zarzal". Die zweite ruhigere, entspanntere Nummer. Ein Song für regnerische Herbsttage, an dem nasses Laub an den Stiefeln kleben bleibt. Schöne Sache.

Fazit: ein sauber gearbeitetes, in sich stimmiges Album. Ein Album, das in der zweiten Hälfe an Abwechslung gewinnt.



Bewertung: 4.0 / 5.0
Autor: Thomas Trüter (14.09.2018)

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