JUNGLE ROT - Jungle Rot

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VÖ: 20.07.2018
Bandinfo: JUNGLE ROT
Genre: Death Metal
Label: Victory Records
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Lineup  |  Trackliste  |  Credits

Zum Zeitpunkt meiner SKELETAL REMAINS Review vor kurzem dachte ich noch, wir könnten auf ein Death Metal-Sabbatical, naja, zumindest auf ein Death Metal-armes Jahr 2018 zusteuern. Warum ich mich in meiner Berufswahl dann letztlich doch nicht zum Hellseher entschieden habe, bewiesen ein wenig später die wertigen Veröffentlichungen von GRUESOMEs "Twisted Prayers", TOMB MOLDs "Manor Of Infinite Forms" und jüngst auch RITUAL NECROMANCYs "Disinterred Horror" sowie die Ankündigungen neuer Alben von illustren Größen à la ABORTED, DEICIDE oder KRISIUN plus Geheimtipps wie HORRENDOUS und CARNATION. Nicht nur des fantastischen Artworks wegen muss man sich bei JUNGLE ROTs selbstbetiteltem neuem Album also fragen, ob die langjährige Institution damit durch sichere Gewässer schwimmen kann oder im Piranhabecken der hochwertigen Mitbewerber gnadenlos zerfressen und daraufhin untergehen wird.

Um es einleitend so diplomatisch wie möglich zu formulieren: der Wirkungskreis von "Jungle Rot" ist äußerst begrenzt. Weitaus limitierter als der von Legenden à la OBITUARY, etwa ein halbes Regal über SIX FEET UNDER. Viel mehr gibt es nicht zu sagen. Häufig grooviger ("Send Forth Oblivion" und "Triggered"), manchmal angethrashter ("Delusional Denial"), allersimpelster Death Metal mit einem Dave Matrise am Mikrofon, der seinen Wiedererkennungswert natürlich immer noch nicht eingebüßt hat. Nicht mal mit dem durchaus brauchbaren KREATOR Coversong "Terrible Certainty" kommt man auf eine Dreiviertelstunde, was den neunten Full-Length-Release zu einer kurzweiligen Spaßveranstaltung macht, die von Dan Swanö charakteristisch abgemischt und gemastert wurde.

Für zwischendurch ist "Jungle Rot" also, wie die zahlreichen Vorläufer eben auch, bestens geeignet. Man darf allerdings anzweifeln, dass JUNGLE ROT auch nur ansatzweise mit oben genannten Interpreten und deren Neuerscheinungen Schritt halten können. Wahrscheinlich müssen sie das gar nicht, weil sie nunmal in ihrer eigenen Sparte verweilen möchten und dadurch auch recht sicher durch die zitierten Gewässer fahren (immerhin konnte man aber im Vergleich zu "Order Shall Prevail" wieder zulegen), aber letztlich muss man hier auch nicht zwingend zugreifen, wenn man beispielsweise ein "Terror Regime" oder das noch bessere "What Horrors Await" besitzt. Für Komplettisten mag auch hier der Kauf sicherlich reizvoll sein, zumal Gyula Havancsák wirklich mal wieder tadellose Arbeit beim Cover geleistet hat, mir persönlich aber ist das für den regelmäßigen Konsum allerdings ein bisschen zu plump und so wird es ein paar Tage im Jahr geben, an denen ich auf dieses Album bzw. JUNGLE ROT im Allgemeinen zurückgreifen werde. Ich bleibe damit also bei meiner These zu dieser Band: immer leicht überdurchschnittlich, aber eben selten mehr.



Bewertung: 3.0 / 5.0
Autor: Pascal Staub (13.08.2018)

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