WOLFEN RELOADED - Changing Time

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VÖ: 22.06.2018
Bandinfo: WOLFEN RELOADED
Genre: Metal
Label: Volcano Records
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Lineup  |  Trackliste

WOLFEN RELOADED (nicht zu verwechseln mit den Ruhrpott-WOLFEN, mit denen sie sich früher tatsächlich den Bandnamen teilten und die ihren neuesten Streich  „Rise Of The Lycans“ sinnigerweise am exakt selben Tag in die Regale wuchteten) sind eine Band mit langer und bewegter Geschichte aus dem Dunstkreis des musiktechnisch sehr aktiven Traunstein in Bayern. Bereits Mitte der 80er gegründet, erfolgte nach einigen Besetzungswechseln und einer recht erfolgreichen Zeit der Split Mitte der 90er, ehe die Band dann 2009 unter dem Namen WOLFEN RELOADED neu formiert wurde. Und nun, fast zehn Jahre später, hievt der Vierer sein Debütwerk (zumindest unter diesem Namen) ans Tageslicht: „Changing Times“.

Mit viel Liebe zum Detail und satt-warmer, organischer Produktion haben sich WOLFEN RELOADED den proggigen 80er-Klängen irgendwo in der Schnitttmenge von Rock und Metal verschrieben. Getragenes Riffing, verspielte Soli, schön verwobene Basslinien und akzentuiertes Drumming verbinden sich mit der charismatischen Stimme von Fronter Christian Freimoser zu schnell ins Ohr laufenden Songs, deren Refrains (z.B. „New Horizon“ und „Promised Land“) sich gut festsetzen können. Die größte Stärke von WOLFEN RELOADED, nämlich hymnische Songs mit episch-proggigem Unterton und leichter Überlänge, wie „A Million Faces“ oder „Judgement Day“, sind jedoch gleichzeitig auch die Achillesferse von „Changing Times“, da das zugegebenermaßen extrem gut funktionierende Schema auf die gesamte Albenlänge von zehn Titeln ausgedehnt wird. So entwickelt zwar jeder der durchgängig hochklassigen Songs für sich seinen eigenen Ohrwurmfaktor (schön zu beobachten beim groovigen „Cyber Nation“), doch die konsequent im Midtempo gehaltene Aneinanderreihung birgt insgesamt nur wenig Abwechslung. Lediglich das teils etwas ruppigere „All Hope Is Lost“ hebt sich etwas aus dem hüftsteifen Grundgerüst, das sich durch seine allzu eng gesteckten musikalischen Grenzen selbst zu stark limitiert.

Was live gut bis sehr gut funktioniert, wirkt unterm Strich auf Konserve etwas eintönig, was vor allem deshalb schade ist, da hier hochklassige Musiker am Werk sind, die deutlich mehr auf dem Kasten haben, als das sich selbstlimitierende „Changing Times“ letztendlich hergibt. Zwar klingen WOLFEN RELOADED trotz aller 80s-Affinität nicht altbacken, doch ab und an wünscht man sich einfach einen kleinen Tempo-Ausritt und ein bisschen gesangliche Abwechslung zur Auflockerung. Dabei sind WOLFEN RELOADED weit entfernt davon schlecht zu sein, erliegen aber einfach der Versuchung, auf perfektionistische Weise ausschließlich auf das zu setzen, worin sie besonders gut sind - ein bisschen mehr Mut zu Ecken und Kanten und „Changing Times“ wäre der Kracher, der er es verdient hätte zu sein. Freunde anspruchsvoller Midtempo-Kost kommen hier aber trotzdem voll auf ihre Kosten.

 



Bewertung: 3.0 / 5.0
Autor: Anthalerero (08.07.2018)

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