SCHLACHTHAUS ZUKUNFT - Broken Chords Of Doom

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VÖ: 25.03.2018
Bandinfo: SCHLACHTHAUS ZUKUNFT
Genre: Extreme Metal
Label: Eigenproduktion
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Lineup  |  Trackliste

Sich inmitten einer Polarexpedition zu befinden, die Aussichtslosigkeit auf's Weiterleben, das Beklagen der Kameraden die schon verstorben sind, gerettet zu werden und auf einem kargen, nicht bewohnten Planeten aufzuwachen – klingt nach einem richtig vernünftigen Albtraum. Was, wenn es aber real ist? Wenn du aber eigentlich nicht mehr lebst sondern tot bist? Was, wenn das Leben nach dem Tod, nicht wie in der Bibel stehend (Matthäus-Evangelium 5,3-12) damit beginnt in „Gottes neuer Welt zu leben“ sondern in einer Verdammnis, einem Elend? [In Anthalerero's Keller quasi...; Anm.d.Korr.]

Die zweite Veröffentlichung der Gruppe SCHLACHTHAUS ZUKUNFT beschäftigt sich mit Tod, Verdammnis, Hass, Elend und der Liebe des Totseins. Schon wie beim Erstwerk „Absolve Domine“ ist die Genre-Bezeichnung „Extreme Metal“ Programm. Gleich Anfangs wird einem als Zuhörer beigebracht, dass die folgenden knapp 53 Minuten wohl nicht einfach werden – Mord und Selbstmord Hand in Hand – Freund und Feind, Tod und Chaos, Wut, Hass und Genugtuung, und alles was dazu gehört. Es folgt eine Mischung aus Blastbeat-Soundwänden, choralen Gesängen und herrlichen Klavierklängen. Gemeinsam, vermengt und einzeln immer wieder untermalt mit Geschichten und Diktaten, die kaum eine rosige Zukunft nach dem Tod versprechen. 

Ein Grenadiermarsch aus WIEGEDOOD, ANAAL NATHRAKH, BATUSHKA und NICK CAVE vereist zu einem riesigen fetten Klumpen aus hartem Eis, wo die Zähne beim Essen nach Erlösung flehen. Obwohl unsägliche Bandvergleiche so abgedroschen sind, wie die Panzer bei der am meisten überbewerteten Band der letzten Jahre, sind sie nötig um eine Vorstellung des vorliegenden Albums zu bekommen. Repetitive Klänge in einem kurzweiligen Soundkleid wechseln sich mit stilistischen 180-Grad-Drehungen. Eine Einzelansicht der Songs ist kaum möglich, die totale Zerstörung bringt nur der Genuss des gesamten Albums.

Verwirrt? Nun denn: Ziel erreicht!

Nach dem doch noch etwas holprigen Erstling „Absolve Domine“ ist dieses Werk ein Muss für jeden Freund des abwechslungsreichen Extreme Metals. Einen halben Punkt gibt es Abzug für die ums Eck zu lange geratenen Sprechpassagen und um noch Platz nach oben für das nächste Album zu haben. Das Topping wäre eine Liveperformance in strömendem Regen oder Hagel, vielleicht finden die Herren mal Zeit sich auf die Bühne zu begeben. Bis dahin: Stirb, ich bin dein Satan!



Bewertung: 4.5 / 5.0
Autor: Kalti (05.06.2018)

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