SAXON - Denim And Leather, Power And The Glory, Crusader - ReIssues

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VÖ: 25.05.2018
Bandinfo: SAXON
Genre: Heavy Metal
Label: BMG
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Lineup  |  Trackliste  |  Credits

Nach den ersten drei Alben der seit 1978 bestehenden Urmetaller aus Barnsley (Vorläufer der Band gehen bis in das Jahr 1970 zurück) veröffentlichen SAXON, respektive BMG, nun auch Alben vier bis sechs in äußerst wertigen Mediabooks oder auf Vinyl. Nach den wegweisenden "Saxon", "Wheels Of Steel" und "Strong Arm Of The Law" nun also  "Denim And Leather", "Power And The Glory" und "Crusader". Wir bewegen uns hier im Zeitraum von 1981 bis 1984, den Jahren in denen SAXON ihre größten Erfolge verzeichnen konnten. Dies wurde mit dem nach wie vor grandiosen Livealbum "The Eagle Has Landed - Live" aus 1982 dokumentiert. Dieses Album wird leider bei den Re-Releases übergangen. In diesen Jahren, bis ca. 1988, war die Band richtig groß und war zusammen mit IRON MAIDEN und JUDAS PRIEST eines der Flaggschiffe der New Wave of British Heavy Metal. Insgesamt haben SAXON rund 23 Millionen Alben weltweit verkauft und unzählige ausverkaufte Welttourneen gefahren.

Im März gab es die ersten drei Alben, jetzt also die nächsten drei Werke mit Bonustracks. Ansonsten wurde nichts verändert, scheinbar gibt es hier die 2009-er Remasters. Ich kann euch grad echt nicht sagen, ob das klanglich einen Unterschied macht. Ich meine nicht wirklich... Dafür gibt es eine Menge an Bonustracks, solide Mediabooks mit einer Menge an seltenen Fotos und knackiges Vinyl. Die Reissues gab es von BMG schon 2009 mit denselben Bonustracks, die Aufmachung ist nun eine andere, eine üppigere. Ob man die braucht muss jeder selber entscheiden, ich finde die Mediabooks lässig arrangiert und, so man die ältere Versionen noch nicht besitzt, durchaus eine lohnende Anschaffung.

"Denim And Leather" erschien im Original am 5. Oktober 1981 und ist noch eines der großen SAXON Alben welche vor dem oben genannten Live-Monolithen erschien. Mit den Hymnen "Princess Of The Night", "Never Surrender" und dem vom Auftritt auf dem ersten Monsters Of Rock im Jahr 1980 inspirierten "And The Bands Played On" hat das Album einiges an Gold aufzuweisen. Das Original, wie alle drei Reissues darf als bekannt vorausgesetzt werden. Altstahl, aber mit Würde gealtert. Dass die Songs live noch einiges mehr an Wucht haben, zeigen auf "Denim And Leather" die BonusTracks von einem 1981-er Auftritt von SAXON im Londoner Hammersmith Odeon. Das Opening-Doppel "And The Bands Played On" und "Princess Of The Night" zeigen eine Band auf ihrem Höhepunkt. Die Heaviness im Metal hat seit damals Quantensprünge gemacht, aber gutes Songwriting bleibt gutes Songwriting. Und bei den ersten Alben der Band und eben auch auf "Denim And Leather" waren SAXON ganz vorne dabei. Klassiker!

"Power And The Glory" erschien am 21. März 1983 und markiert mit dem Einstieg von Schlagzeuger Nigel Glockler eine massive Zäsur. Rein schlagzeugtechnisch natürlich. Mit dem Opener und Titelsong hat man einen DER Saxon-Songs überhaupt am Start. Ein Song, der alles zeigt was SAXON ausmacht. Das offene Anfangsriff, ein hymnischer Refrain, zügig im Tempo, garniert mit einem grandiosen Solo, welches über die Air-Guitar eines jeden 40+-Metallers gerutscht ist. Das Album insgesamt zeigte aber erstmals gespaltete Meinungen, zu übermächtig schienen die Vorgänger, sowohl die Studioalben wie auch der Benchmark-Liveklassiker "The Eagle Has Landed - Live". Als Bonus gibt es auf der Wiederveröffentlichung von "Power And The Glory" frühere Arbeitsdemos der Songs des Albums, die es schlussendlich dann doch nicht auf die reguläre Veröffentlichung geschafft haben.

Tja, und dann kam "Crusader". Für Viele das Ende der "echten" SAXON. Aufgenommen in der Stadt der Engel und produziert von Kevin Beamish, schielte man stark Richtung Ami-Markt. MAIDEN gingen damals grob durch die Decke in den Vereinigten Staaten und da dachten sich wohl auch die Yorkshire-Terrier, das hier ein Stück des Kuchens abgeräumt gehört. Der Titelsong ist noch ein Standard der Band, der auch heute noch gerne gehört und gespielt wird. Der Sound allerdings ist recht heftig verhallt, das Schlagzeug schreit nach Westküste und insgesamt klingt das, wie ich in irgendeinem Review gelesen habe, wie eine "britische Version von MÖTLEY CRÜE". Im Vergleich zum hemdsärmeligen Hacklermetal der ersten vier, fünf Alben franst das Album leider nach dem eröffnenden "Crusader" recht zügig aus. Das Albumcover wurde bei Veröffentlichung noch mächtig abgefeiert, allein, die Musik, die dazu geliefert wurde, verhalf den Briten weder zum Durchbruch in den Staaten noch zu einem Steigern der Beliebtheit im Rest der Welt. "Crusader" ist der erste große Durchhänger der Band, von dem sie sich nie ruhmestechnisch wieder erholen sollten. SAXON gibt es noch immer, sie rocken nach wie vor die Bühnen der Welt, aber im Vergleich zu JUDAS PRIEST oder gar IRON MAIDEN hat es wohl auch wegen "Crusader" nicht zum Majorstatus gereicht. 

Wie gesagt, sie sind noch immer da und können noch immer zwei Livestunden mit Klassikern füllen, aber ein "Painkiller" oder ein "Powerslave" war ihnen nicht mehr vergönnt. SAXON sind für viele zwar eine der ersten NWobHM-Bands aber eben nicht so ganz die erste Reihe wenn es um diesen höchst spannenden Moment in der Musikgeschichte geht.

Alles in allem aber natürlich eine äußerst wertige Wiederveröffentlichung und, eh schon wissen, wer noch nicht hat, kann und darf hier gerne zugreifen.



Ohne Bewertung
Autor: Christian Wiederwald (13.06.2018)

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