ENGEL MAYR - Sacred Cow

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VÖ: 13.04.2018
Bandinfo: ENGEL MAYR
Genre: Blues Rock
Label: Timezone Records
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Lineup  |  Trackliste

Knackiger Bluesrock trifft auf Wiener Schmäh. Kein Wunder, steckt hier doch Engel Mayr (Gitarrist, Produzent und Songwriter u.a. bei RUSSKAJA oder HALLUCINATION COMPANY) dahinter, der mit seinen Musikkollegen Werner Laher und Mario Stübler in der klassischen Formation Schlagzeug, Bass, Gitarre und Stimme das Album „Sacred Cow“ aufgenommen hat. Ein Titel, bei dem man eher an eine Band aus Indien denkt, oder dass sie zumindest aus den almigen Gefilden Tirols oder Salzburgs kommen, wo die Kühe zu diesem Namen inspirieren. Aber nein, sie kommen aus der Stadt und mit der „heiligen Kuh“ ist was anderes gemeint. Soundtechnisch siedeln sie sich eher beim Rock als beim Blues an, vor allem beim Rock der 60er/70er, denn man hört viel JIMMY HENDRIX heraus ,oder LENNY KRAVITZ. Eine weitere Orientierung ist der Blues-Rock aus der Gegend vonTexas (die Typen mit den Rauschebärten) oder Blues-Stimmung vom Mississippi.

Der wummernde Bass, der viele Songs ziemlich dominiert, kommt schon bei der ersten Nummer „Yeah“ heftig rüber. Dazu gibt es einen guten Gitarrenpart und eine lässige Whisky Stimme, die zu dieser Art Musik passt.  Bei „Praise The Sacred Cow“ sind wir musikalisch schon bei HENDRIX und LENNY KRAVITZ angelangt. Es ist eine Mischung aus 70er Rock und etwas Mainstream. Die Spielfreude hört man immer raus, oft klingt es, als würden sie einfach nur jammen, siehe „Turn It Up“. Man gewinnt den Eindruck, dass Mr. Mayr die Zeit vergisst, wenn er an der Gitarre hängt. Sehr funky: „Another Way“ und rockig „Run From You“.

Einen Blues a la Joe Bonamassa darf man sich nicht erwarten. Aber Mississippi oder New Orleans hört man bei „Head Up“, wo die weiblichen Background -Stimmen ein 50er/60er Feeling vermitteln. Zusätzlich gibt es bei diesem Song eine lange Instrumentalstrecke, wo Gitarrenliebhaber auf ihre Kosten kommen, da sich die Rhythmusmaschine dezent im Hintergrund hält und das Solo wirken lässt.

Simpel und bei den Basics bleibend der Song „Choice“. Herzschmerz-Jammer-Extremblues und eine Stimme wie Honig, zu hören bei „Here We Are“. Eine Melodie zum Hinschmelzen oder Heulen, je nach persönlicher Stimmungslage, auf jeden Fall sehr emotionell.

Mein persönlicher Favorit bzw. Anspieltipp ist „Supernatural“ mit bekannter Melodie und persönlicher Interpretation. Zuletzt noch „Pain“, ein Wechsel aus akustischer Gitarre, bombastischem Bass-Einsatz und ins Ohr gehenden Riffs – stark, heftig, emotionell.  So wird Stimmung richtig gut mit Instrumenten und Rhythmus ausgedrückt.

„Sacred Cow“ ist vor allem ein Album für Fans von guter Gitarrenmusik/bluesiger Rockmusik, mit einem Einschlag vom letzten Jahrtausend. Es ist bodenständig, erdig, echt, ohne Schnickschnack und man hört die Spielfreude und Spontanität der Band heraus. So gesehen ein Geheimtipp für alle, die auf diese Richtung stehen.



Bewertung: 4.0 / 5.0
Autor: Lady Cat (09.04.2018)

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