FLOTSAM AND JETSAM - Doomsday For The Deceiver (Re-Issue)

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VÖ: 27.04.2018
Bandinfo: FLOTSAM AND JETSAM
Genre: Thrash Metal
Label: Metal Blade Records
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Lineup  |  Trackliste  |  Credits  |  Trivia

FLOTSAM AND JETSAM gibt es noch immer und sie rocken auch noch immer anständig. Gut, damit hätten wir die Eingangsfloskeln durch. Dazu gibt es noch das "Metal Shock-Demo" aus dem 85er-Jahr mit dem Überhit "I Live You Die" der es dann erst auf das zweite Album "No Place For Disgrace" geschafft hat (allerdings dort in einer fantastischen Version). 

Der Nostalgie willen, oder weil es sich einfach um ihr bestes Album handelt, werden sie auf dem heurigen Keep It True-Festival eine spezielle "Doomsday For The Deceiver"-Show spielen. Zu diesem Behufe wurde auch das Erstlingswerk neu aufgelegt, die Vinyl-Version scheinbar von Patrick W. Engel remasterd und, wenn ich nicht völlig falsch liege, wurde für die CD-Version ein 2006er-Remastering verwendet. Das klingt auf den mir vorliegenden Audiodateien deutlich druckvoller als das Original und hebt sich schon dadurch von den vielen verschiedenen Remasterings der letzten Jahre ab, die sich meist kaum von der Ursprungssoundqualität unterscheiden.

Brauchen wir das jetzt also? Wie gesagt hat sich das neue Mastern ausgezahlt, das Album schiebt anständig an und lässt erkennen, warum "Doomsday For The Deceiver" damals durchaus für Aufmerksamkeit gesorgt hat. Was sofort auffällt, ist die im Vergleich zu den nichtamerikanischen Bands deutlich ausgeprägtere Musikalität für die damalige Zeit. Da waren die Amis dem Rest der Welt deutlich voraus. Auch bei FLOTSAM passt alles, es wird nicht geschrammelt und nicht nur der später bei einer relativ bekannten Band aufgeschlagene Jason Newsted sorgt für ein kohärentes Soundbild und technisches Können.

Die Arizona-Jungs konnten danach leider nie mehr so wirklich an die Qualität des Erstlings anschließen [Alter? "No Place For Disgrace" ist wohl völlig an dir vorbeigegangen, wa?! Anm.d.Korr.]. "No Place For Disgrace" war noch ganz in Ordnung [Hossa! Anm.d.Korr.] und hatte mit dem Titelsong und "I Live You Die" zwei veritable Hits, der Nachfolger "When The Storm Comes Down", der den Durchbruch bringen sollte, wurde vom berüchtigten Alex Parialas dermaßen in Grund und Boden gemischt dass es mich noch immer Wunder nimmt, dass die Band mit diesem Album wie mit dem Vorgänger in den USA charten konnte.

Seither veröffentlicht man zwar gerne und viel, hat auch immer wieder gute Songs und Alben ("Cuatro" fällt mir spontan ein), aber der große Erfolg hat sich leider nie eingestellt, auch wenn man live immer wieder überzeugt. Das Eric A.K. heute noch immer haarscharf gleich singt wie zu "Doomsday"-Zeiten ist schon eher genial, nimmt man das Gekrächze einiger seiner Kollegen (Hi, I am David and I am a...whatever) als Vergleich her.

"Doomday For The Deceiver" also. Neun Songs, kein Ausfall, ein paar Klassiker. Grandiose Melodien, superbes Riffing, starker Bass. Ich kann Euch da nicht wirklich viel Neues erzählen, das Album zählt zu den großen Klassikern der zweiten Reihe [*seufz* Anm.d.Korr.] im Thrash-Metal. Warum man damit nicht größer würde, darüber lässt sich bloß spekulieren. Liegt es daran, dass man nicht aus der Bay Area oder von der Ost-Küste kam oder dass die Konkurrenz mit "Master Of Puppets" oder "Reign In Blood" wirklich arg groß war - man weiß es nicht. Auch der Abgang des für alle Lyrics und zuminest Teile der Musik verantwortlichen Jason Newsted dürfte eine Rolle gespielt haben.

Sei es wie es wolle, mit "Doomsday For The Deceiver" darf man sich erneut an einem Klassiker des Genres erfreuen der völlig eigenständig ist und sowohl Melodien als auch die passende Härte bietet. Metal Blade schieben das Album in fünf verschiedenen Versionen über die Ladentheke, passend, wie schon erwähnt, zum Keep It True-Auftritt der Band, der, so hoffe ich, in irgendeiner Form für die Nachwelt festgehalten wird. 

Starker Re-Release einer meiner Faves aus den Dauerwellen-Zeiten.

 



Ohne Bewertung
Autor: Christian Wiederwald (27.04.2018)

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