BETWEEN THE BURIED AND ME - Automata I

Artikel-Bild
VÖ: 09.03.2018
Bandinfo: BETWEEN THE BURIED AND ME
Genre: Mathcore
Label: Sumerian Records
Hören & Kaufen: Amazon
Lineup  |  Trackliste

Das Progressive-Mathcore-Skalpell BETWEEN THE BURIED AND ME wagt sich mit „Automata I“ nun schon zum zweiten Mal an ein zweiteiliges Konzeptalbum. Nachdem sie mit „The Parallax: Hypersleep Dialogues“ und „The Parallax II: Future Sequence“ schon unter Beweis stellen konnten, dass ein Mehrteiler manchmal auch tatsächlich einen Mehrwert bringt, war zumindest für mich der Vertrauensvorschuss für das Projekt „Automata“ schon selbstverständlich. Auch wenn ein endgültiges Urteil natürlich erst nach der Veröffentlichung des zweiten Teils möglich sein wird, gelingt es der Band doch schon in den ersten 36 Minuten des anstehenden großen Ganzen, einen beeindruckenden Spagat zwischen Rückbesinnung und Progression hinzulegen.

Mit der Eröffnung und ersten Single „Condemned To The Gallows“ spielen sich BETWEEN THE BURIED AND ME düster durch die Mathcore-typische Mischung aus wildem Geballer, tragenden Gesängen und unerwarteten Wendungen in Tempo und Stimmung. Die knappen sieben Minuten machen schon ordentlich Laune und sind insgesamt auch etwas griffiger als das Opening der letzten LP „Coma Ecliptic“, lassen mich aber nicht verwundert die Lauscher aufstellen, wie es beispielsweise „Goodbye To Everything“ auf „The Parallax II: Future Sequence“ geschafft hat.

Für „House Organ“ schraubt die Band sogar ihre Progressive-Ansprüche noch ein wenig mehr zurück. In weniger als vier Minuten gibt es hier einen absolut soliden Song, der trotz seiner Vielfältigkeit nicht zu überraschen weiß. Der wahre Zweck von „House Organ“ auf „Automata I“ offenbart sich jedoch auch erst im nachfolgenden Track „Yellow Eyes“. Wer nach den ersten beiden Songs auch nur für eine Sekunde befürchtet hatte, BETWEEN THE BURIED AND ME hätten auch nur einen Hauch ihrer charakteristischen Komplexität verloren, dem wünsche ich viel Glück, in weniger als zehn Anläufen durch dieses vertrackte Feuerwerk aus Riffs, Synths, Stil- und Tempowechseln sowie chiastischen und antithetischen Bezügen zu „House Organ“ und „Condemned To The Gallows“ durchzusteigen. Da darf der Kopf ruhig auch mal rauchen.

Ab hier offenbart „Automata I“ seine wahre Stärke. BETWEEN THE BURIED AND ME verbinden gekonnt die großen Melodien jüngerer Releases mit der ungezügelten Härte der alten Tage. „Millions“ dürfte beispielsweise der zugänglichste Song des ganzen Albums sein, wobei auch dieser sicher nicht die Vielschichtigkeit des gesamten Projektes vermissen lässt. Besonders Frontmann Tommy Rogers zeigt hier, was im Bereich von Cleanstimmen im progressiven Core möglich ist.

Nach der kurzen Überleitung „Gold Distance“ haut das Quintett mit „Blot“ noch einmal alles raus, was die Band seit ihren Gründungstagen ausmacht. In dieser mehr als zehnminütigen Reise durch Zeit und Raum fühlt man sich immer wieder an unterschiedliche Genrevertreter wie NORTHLANE, BORN OF OSIRIS oder auch MASTODON erinnert, wobei BETWEEN THE BURIED AND ME nie den Bezug zum übergeordneten Thema von „Automata I“ verlieren und sich dabei in ganz verschiedenen Spielarten des eigenen musikalischen Spektrums ausprobieren.

Besonders mit dem Ausblick auf einen (hoffentlich) bald folgenden zweiten Teil, kann ich „Automata I“ wirklich jedem empfehlen, der auch nur im Entferntesten genreaffin ist. Dass man sich bei erstklassigem Prog-Mathcore aber nicht auf easy-listening einstellen sollte, muss ich hier aber vermutlich niemandem erzählen.

 



Bewertung: 4.5 / 5.0
Autor: Lucas Prieske (13.03.2018)

WERBUNG: Uzziel
ANZEIGE
WERBUNG: Escape Metalcorner
ANZEIGE