LEGEND OF THE SEAGULLMEN - Legend Of The Seagullmen

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VÖ: 09.02.2018
Bandinfo: LEGEND OF THE SEAGULLMEN
Genre: Rock
Label: Dine Alone Records
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Lineup  |  Trackliste

„Alle, die mit uns auf Kaperfahrt fahren, müssen Männer mit Bärten sein“, so grölen schon seit ´zig Jahren die Möchtegern-Seemänner begeistert und reißen ihre Rumbecher in die Höhe. Die Seemänner von heute sind schon härter drauf – auch ohne Bart – und mit Frauen und Branntwein, Tod und Teufel ist es auch nicht getan. Der moderne Seemann singt unter anderem düstere Lieder über legendäre Gestalten, die auf grausamste Art Umwelt- und Meeresverschmutzung bestrafen und über in Gefangenschaft gehaltene Orcas, die zur Strafe ihrer Gefangenschaft brutale Rache verüben.

Aber eins nach dem anderen. Wer ist denn überhaupt diese Crew, die das romantische Seemannsklischee so ankratzt? Niemand anderes als LEGEND OF THE SEAGULLMEN, und diese Möwenmänner sind eine illustre Partie: TOOLs Danny Carey am Schlagzeug, MASTODONs Brent Hinds und Regisseur Jimmy Hayward ("Jonah Hex") an den Gitarren, David "The Doctor" Dreyer steuert die Vocals bei, Pete Griffin (ZAPPA MEETS ZAPPA) am Bass und Chris DiGiovanni am Keyboard. Am 9. Februar 2018 kommt ihr Debut, das gleichnamige Konzeptalbum, auf den Markt. Acht außerordentliche Tracks, ein „nautical Spaghetti Western“ (David Dreyer), ein wilder Wellenritt durch stürmische Nächte.

Es knarzen die Taue und klingen die Schiffsglocken schon beim Einstieg „We Are The Seagullmen“, und diese atmosphärische Untermalung begleitet einen durchs Album hindurch. „The Fogger“ ist dank Careys und Hinds' Spiel und den drohend klingenden Chorälen ein peitschender Track, der den bereits eingangs erwähnten grausamen Umweltsünden-Bestrafer bestens portraitiert. „The Curse Of The Red Tide“ führt das Thema mit anfangs filigran-symphonischen (wenn das mal kein Widerspruch in sich ist!) Klängen fort, bevor der Song dann hart und bombastisch in ein Fest aus Drums und Gitarren aufgeht. „Doc“ Dreyers Stimme müsste gegen Ende eigentlich gar nicht mehr sein. Die Gitarren nehmen Raum genug ein. Schön ist jedoch das Einbremsen des Tempos im Finale und Dreyers gesprochener Abschluss. Rund! Der Titeltrack steuert das Boot daraufhin in Richtung Punk Rock. Schnell, unterhaltend, „That’s right! This is entertainment!“; das summiert die Band. „The Orca Never Sleeps At Night“ besticht durch den reduzierten Sound, der den Scheinwerfer hier auf Careys hypnotische Drums richtet. Der bedrohliche Soundtrack zu den Killerwalen, die am Ende – wie kann es anders sein? – die Weltherrschaft übernehmen. Ein weiteres Highlight ist „Ballad Of The Deep Sea Diver“. Hier kommt der schon erwähnte nautische Spaghetti-Western voll zum Klang. Stark inspiriert von Ennio Morricone gibt es zum Finale ein orchestrales Schmankerl, das dem Gesamtwerk die Krone aufsetzt.

„Legend Of The Seagullmen“ macht Spaß! Es ist so schön absurd und phantasievoll. Die Tatsache, dass die Bandmitglieder größtenteils schon seit Jahren miteinander jammen, scheint durch. Der rohe Sound passt zum rauen Ton und macht die Songs umso glaubhafter. Eine eher ungewöhnliche aber sich lohnende Investition in die Plattensammlung – für MASTODON- und TOOL-Fans sowieso.



Bewertung: 4.5 / 5.0
Autor: Betti Stewart (11.02.2018)

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