AXEMASTER - Crawling Chaos

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VÖ: 24.11.2017
Bandinfo: AXEMASTER
Genre: Heavy Metal
Label: Pure Steel Records
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Lineup  |  Trackliste

Aus dem Erzgebirge im pittoresken Sachsen stammen Pure Steel Records und sie haben es sich zur Mission gemacht, alles was irgendwie nach traditionellem Metal klingt, zu veröffentlichen. Es gibt auch ein Prog-Sublabel und mit Iron Shields Records einen Partner für Veröffentlichungen, die nicht so in das eigene Programm passen. Aber insgesamt kann man als Traditionalist im metallischen Universum bei Pure Steel nicht viel falsch machen. Gut, man muss vielleicht nicht jeden Release erwerben (oder alles veröffentlichen das irgendwann in den 80ern einmal eine Single aufgenommen hat und meint es noch einmal versuchen zu müssen), aber alles in allem steht schon ein gewisser Qualitätsethos hinter der Veröffentlichungspolitik.

AXEMASTER aus dem relativ unspektakulären Kent in Ohio schieben mit "Crawling Chaos" ihr zweites Album nach der Wiedererweckung 2013 (dazwischen firmierte man auch unter anderen Namen) auf den Heavy Metal-Markt und unterstreicht die Labelpolitik. Angestaubter, uralter Metal mit einigermaßen zeitgemäßem Sound und etwas stagnierender Geschwindigkeit macht "Crawling Chaos" jetzt nicht unbedingt zum heurigen Highlight im Pure Steel Veröffentlichungstsunami. Die Band ist sich ihrer Stärken durchaus bewusst und kann mit einigen wenigen guten Melodien und einem meist souveränen Geoff McGraw als Vokalist punkten, es hakt halt ein wenig am Songwriting. Mit "10.000 Pound Hammer" geht es  einigermaßen brauchbar los, nur um mit dem Titeltrack gewaltig daneben zu greifen. Das Gemisch aus Prog und traditionell US/Power Metal mag im Zusammenspiel mit dem eigenartigen Schlagzeugsound und dem holprigen Spiel der Instrumente zu keiner Sekunde zünden.

Und dieser Zwispalt ist es, der das Album nicht wirklich zu einem Top 3 Wunsch für Weihnachten werden lässt. Man weiß nicht wirklich wohin man will und versucht dann einfach alles. Die Jungs können natürlich spielen und der erwähnte Gesang ist gut, aber ein paar Songs hätte man sich vor dem Aufnehmen schon noch ein paar mal genauer zu Gemüte führen sollen. Die "proggigen" Phasen klingen gezwungen, ein ums andere Mal werden Riffs zu lange ausgeleiert und der eine oder andere Song kommt gänzlich ohne Höhepunkte aus. Ein, zwei Runden im Proberaum zusätzlich und einige Ideen etwas gekürzt und vielleicht wäre aus dem Album eine brauchbare EP geworden. So aber ist man aber leider weit unter dem Durchschnitt gelandet. 

Roger Ebert hat dereinst gesagt, dass man Filme immer in einem Kontext sehen und dergestalt rezensieren soll. Legt man das auf die Musik um, wäre eine Rezension vor dem Hintergrund der tiefsten 80er angemessen. Leider ändert sich auch dadurch nicht viel, denn auch in der Hochzeit dieses Stahls hätten AXEMASTER mit "Crawling Chaos" nirgends reüssiert. Einen Song wie "Aldar Rof" mit der äußerst merkwürdigen Maiden-Hommage und dem desaströsen, technisch oder proggigen Teil im Mittelteil hätte wohl anno Metal kein Label veröffentlicht.

Sorry gall, wie der Helvete sagt, aber das ist bei aller Zurückhaltung maximal unterdurchschnittlich und ohne selbige ein äußerst vernachlässigbares Album.



Bewertung: 1.0 / 5.0
Autor: Christian Wiederwald (07.12.2017)

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