MARILYN MANSON - Heaven upside down

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VÖ: 06.10.2017
Bandinfo: MARILYN MANSON
Genre: Electro Metal
Label: Loma Vista Recordings
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Lineup  |  Trackliste

Ich muss gestehen: In Sachen MARILYN MANSON war ich schon immer mehr Fan der langsamen und extrem dreckigen Vibes als der schnellen Schocknummern. Dementsprechend gut kam bei mir auch das letzte Album des Antichrist Superstars, „The Pale Emperor“, an, insbesondere weil es den Beweis lieferte, dass „Born Villain“ nur ein nicht weiter bemerkenswerter Stilbruch war. Zwar hatte das Album berechtigterweise seine Fans, meinen Geschmack traf es jedoch nicht. Nun steht mit „Heaven Upside Down“ das zehnte Album MANSONs vor der Tür und zeigt ihn in gewohnt guter Form – nicht mehr und nicht weniger.

Was sofort auffällt: „Heaven Upside Down“ kommt wesentlich elektronischer und Industrial-lastiger daher als sein Vorgänger, dazu aber später mehr. Für die Eröffnung des Albums muss an dieser Stelle „Revelation #12“ herhalten, welches meiner Meinung nach zu einem späteren Zeitpunkt besser aufgehoben wäre. Zu schnell und zu verzerrt wirft es den Hörer in den gewohnt-geliebten Vibe MARILYN MANSONs, sodass es mehrere Anläufe dauert, bis man sich mit diesem Kaltstart anfreunden kann. Betrachtet man dann den Rest der Platte, wirkt „Revelation #12“ sogar noch deplatzierter: „Heaven Upside Down“ zieht einen Großteil seiner Wirkung aus langsamen Grooves, dreckigen Elektroeinlagen und der wunderbar verkehrten Logik MANSONs. „Tattooed In Reverse“, „KILL4ME“, „Heaven Upside Down“ oder „Threats Of Romance“ – alle ziehen sie in den unverwechselbaren Bann des ikonischen schwarzen Spiegels, den MARYLIN MANSON seit jeher der Welt vorhält.

Besonders genial gestalten sich in dieser Disziplin jedoch „SAY 10“, „Saturnalia“ und „Blood Honey“, in die ich mich bereits beim ersten Durchlauf des Albums verliebte. Ersteres dürfte (hoffentlich) als einer der besten MARYLIN MANSON Songs aller Zeiten in die Geschichte eingehen. Tiefe Bässe, düstere Verzerrungen aller Elemente und der glaubhafte Übergang zu einer deformierten Rockhymne sorgen für eine unvergleichliche Stimmung. Ähnlich „Saturnalia“: Allein die beunruhigenden (anders kann man es kaum schildern) Effekte am Anfang des Songs und die unglaubliche Entwicklung, die dieser über geschlagene acht Minuten Laufzeit durchlebt, erschaffen ein verdientes Highlight von „Heaven Upside Down“. „Blood Honey“ erweist sich hingegen als düstere und verdrehte Ballade, die gekonnt eine Atmosphäre zwischen Hoffnungslosigkeit und Hingabe bis zum Tod transportiert.

Gern würde ich mehr zu „Heaven Upside Down“ sagen, aber wie jedes Album von MARYLIN MANSON ist auch dieses wieder mehr ein Erlebnis, das so tiefgreifend ist, wie der Hörer es nur zulässt. Insgesamt ist es eine würdige Nummer Zehn in der Karriere dieser Genre-Ikone, auch wenn mich persönlich nach wie vor die Stimmung von „Pale Emperor“ noch ein klein wenig mehr in ihren Bann zieht.



Bewertung: 4.0 / 5.0
Autor: Lucas Prieske (12.10.2017)

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