POWER QUEST - Sixth Dimension

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VÖ: 11.10.2017
Bandinfo: POWER QUEST
Genre: Power Metal
Label: Inner Wound Recordings
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Lineup  |  Trackliste

Was ist das bloß für eine tragische Geschichte mit Happy End um die Briten von POWER QUEST? Als Sänger Alessio Garavello der Band nach vielen Jahren den Rücken kehrte und POWER QUEST am Ende nur noch Gründungsmitglied Steve Williams vorzuweisen hatte, sah es düster aus, doch der Mann versammelte frische tatkräftige Musiker um sich, was 2011 in "Blood Alliance" mündete. Aber auch im Anschluss dieser Rehabilitation wurde es eher steinig, nachdem Sänger Chitril Somapala sich musikalisch umorientieren wollte. Collin Callanan folgte, der einige Live Auftritte absolvierte, woraufhin 2013 leider der Breakdown und somit das Ende von POWER QUEST da war. Steve Williams schloss sich als Mann an den Tasten EDEN'S CURSE an und ein Comeback der sympathischen Power Metal Kombo schien außer Sichtweite ... BIS 2016 am 1. April (kein Scherz) in einer großen News angekündigt wurde, dass die Jungs wieder am Start sind! An den Vocals konnte man sich die Dienste des charismatischen Ashley Edison sichern, der auch schon bei DENDERA seine Künste unter Beweis stellt. Ein Zerwürfnis mit den beiden Gitarristen konnte das Comeback nicht stoppen und so bringen uns POWER QUEST 2017 in die sechste Dimension!

Musikalisch bietet uns "Sixth Dimension" einen schönen Querschnitt aus der Diskografie. So ist "Lords Of Tomorrow" sehr modern angehaucht, offenbart zugleich aber einen sehr epischen Mitgrölchorus, der gut und gerne auf der "Master of Illusion" hätte stehen können. Ashley Edison offenbart durchaus eine ähnliche Vocal Range wie Ex-Sänger Alessio Garavello (der die Scheibe im übrigen produziert hat). "Starlight City" sowie "Kings And Glory" schlagen ebenfalls in die melodische Power Metal Kerbe, mit dem Unterschied, dass "Starlight City" einer der ersten POWER QUEST Songs ist, der von Steve Williams auf der Gitarre (und nicht dem Keyboard) komponiert wurde! Daneben ereilte dieses Novum auch "Face The Raven" sowie "Revolution Fighters". "Face The Raven" bekamen wir bereits 2016 als Comeback Single zu hören, was durchaus beachtlich war, so ist es die wohl untypischste Nummer des Albums in ihrem extrem modernen, progressiven und düsteren Gewand. Im Gesamtumfang des Albums dennoch ein Track, der Spaß macht und in seinen Bann zu ziehen weiß. Etwas schwer tut sich der Rezensent mit der Halballade "No More Heroes", die sich relativ monoton gestaltet und keine Höhen oder Tiefen in irgendeiner emotionalen Bandbreite offenbart. Ein seichtes und teilweise auch sehr schönes Stück, dem insgesamt aber die Feinjustierung fehlt. Umso schöner, dass man uns mit dem melancholisch angehauchten "Pray For The Day" eines der Highlights des Albums liefert. Ein wunderbarer Song, der sich in seiner Intensität fortwährend steigert und einen kraftvollen Chorus nach außen trägt. "Coming Home" befand sich ebenfalls auf der "Face The Raven" EP, dort allerdings mit Alessio Garavello als Gast. Für die neue Scheibe wurden die beiden Songs nochmal komplett neu aufgenommen. "Coming Home" ist ohne jeden Zweifel der oldschooligste Song der Platte, den jeder Fan lieben wird. Die größte Enttäuschung zeigt sich mit dem Rausschmeißer, der auch den Titeltrack verkörpert. Ich habe selten einen so generösen Longtrack gehört, der bis auf den grandiosen Gastpart von Anette Olzon einfach gar nichts in mir auszulösen weiß. Da kenne ich von POWER QUEST wirklich bessere Qualität, wenn ich in die Vergangenheit blicke ("Power Quest Part I", "Neverworld" etc.).

So ist es sicherlich ein solides Comeback Album, aber eben auch nicht der absolute Überflieger. Neben sehr starken Songs gibt es auch solche, die komplett auf der Strecke bleiben. Bei gerade mal neun Tracks fällt das leider schwerer ins Gewicht und verhindert eine durchweg positive Wertung. Steve Williams hat nichts verlernt und Ashley Edison ist ein richtig starker Frontmann, doch "Sixth Dimension" konnte meine Erwartungen leider nicht ganz erfüllen. Für POWER QUEST rechne ich mir eben mehr aus als eines von vielen soliden Alben im Jahre 2017. Schade!



Bewertung: 3.5 / 5.0
Autor: Sonata (10.10.2017)

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