BRANT BJORK - Europe '16

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VÖ: 22.09.2017
Bandinfo: BRANT BJORK
Genre: Stoner Rock
Label: Napalm Records
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Lineup  |  Trackliste

Nach unzähligen erfolgreichen Bandprojekten und fast 20 Jahren Solo-Karriere bringt BRANT BJORK nun erstmals ein Live-Album auf den Markt. Und das nicht etwa aus Sunny California, Tokyo oder Mexico - nein, sondern ausgerechnet aus Berlin. Auf "Europe ‘16" darf man einem großartigen Konzerterlebnis mit einer funktionierenden Songauswahl und vielen, aufrichtigen “Dankeschöns” lauschen.

 

Tief Luft holen - und durchatmen

 

Der Self-made Rockstar liebäugelt seit jeher mit dem Stonerrock, ist aber auch dem Jazz-, Dub- und Reggae nicht abgeneigt. Mit Bands wie KYUSS, MONDO GENERATOR oder FU MANCHU zieht sich die kalifornische Lässigkeit und laid-back Drogenromantik durch fast alle seine Projekte. So setzt auch das gemächliche “Buddha Time” die Stimmung für ein entspanntes Set in einer fast schon familiären Atmosphäre und "The Gree Heen" steht lautmalerisch für den tiefen, tiefen Lungenzug.

 

Der Multi-Instrumentalist, Band-Initiator und Bandana-Veteran gibt sich im Live-Setting keineswegs überheblich, sondern plaudert wie der nette Nachbar von nebenan, mit dem man Freitags gern mal ein Bier über den Gartenzaun hinweg trinkt.

 

Von der Platte auf die Bühne

 

Mit einem Live-Album ist es immer so eine Sache. Es geht weniger darum, die eigenen Songs lupenrein rüber zu bringen, sondern um die einzigartige Stimmung im Set und einen geschickten Song-Mix. Auf “Europe ‘16” hat sich BJORK eindeutig auf die Psychedelik festgelegt und sich die rockigen Parts für den Schluss aufgespart. Wichtig ist außerdem das Feeling und die vielen kleinen Besonderheiten, die nur im Moment geschehen. Wie zum Beispiel der kleine Patzer in "Lazy Bones", der geschickter nicht überspielt werden hätte können und den Musikern wahrscheinlich ein kleines Schmunzeln entlockte. Oder der schräge Jam in "Freaks Of Nature" ("Hör ich da etwa Jesus Christ Superstar raus?"), den man so niemals eins-zu-eins im Voraus planen könnte. Für Musiker der alten Schule, wie BJORK einer ist, stellt die Live-Performance immer noch das authentischste aller Musikerlebnisse dar, und das hört man auch.

 

Cover it up

 

Und dann ist da noch die Sache mit dem Encore. Ich bin ja der Meinung, eine gelungene Cover-Nummer sollte an den Schluss jeder Live-Show. Ja, wirklich jeder Live-Show! Das schafft nicht nur einen großartigen Aha-Effekt beim Zuhören (“He, ist das nicht -?”) sondern zeigt auch wo die eigenen Einflüsse herkommen, wen man verehrt, auf die Schaufel nehmen oder einfach nur mal selbst interpretieren will. Mit “Let The Truth Be Known - Jumpin’ Jack Flash” und der lautstarken Unterstützung von Sean Wheeler (THROW RAG) schafft BRANT BJORK damit sein eigenes wirres Retro-Medley aus ROLLING STONES und Stoned Rockern auf der Bühne. Hut ab!

 

 

BRANT BJORK - "The Gree Heen"



Ohne Bewertung
Autor: Eva Thalhammer (20.09.2017)

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