VALLENFYRE - Fear Those Who Fear Him

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VÖ: 02.06.2017
Bandinfo: VALLENFYRE
Genre: Death Metal
Label: Century Media Records
Lineup  |  Trackliste  |  Credits

Da ist es nun, das dritte und gleichzeitig wohl auch (vorerst) letzte VALLENFYRE Album "Fear Those Who Fear Him". Im Interview mit den Kollegen vom Legacy hat Greg Mackintosh einige Einblicke in das Bandinnere gewährt und dabei auch durchscheinen lassen, dass er und Hamish Glencross vor allem vom Abgang von Ex-Gitarrist Scoot (Adrian Erlandsson war explizit nicht gemeint, der hat einfach einen kolossalen Terminkalender) ziemlich enttäuscht gewesen seien und grundsätzlich keine große Lust verspüren, in Zukunft permanent am Besetzungsrad zu drehen, um dieses Projekt am Leben zu erhalten. Kann man so machen, zumal das ja auch der große Vorteil eines ausgewiesenen Sidekicks ist: man kann ihn jederzeit zu Grabe tragen, dann aber auch wieder zurück in's Leben hieven. Viel wichtiger ist, dass "Fear Those Who Fear Him" ein amtliches Abschiedswerk geworden ist, bei dem der Schmutz aus den Boxen quillt und die HM-2-Säge permanent auf Hochtouren rotiert.

Viele Anpassungen hat das Trio dabei im Vergleich zum Vorgänger "Splinters" nicht vorgenommen, sodass das fiese Gemisch aus Crust und Oldschool-Death zwar sicherlich bewährt, gleichwohl aber auch immer noch fast so unschlagbar zwingend ist, wie man das schon an den bisherigen VALLENFYRE Abscheulichkeiten kennen und lieben gelernt hat. Will man unbedingt eine Weiterentwicklung oder gar Veränderungen heraufbeschwören, so sollten der Gebrauch eines echten Intros ("Born To Decay") und die vielleicht noch eine Spur düsterere, beklemmendere Atmosphäre als Exempel dienen können.

Davon abgesehen hat "Fear Those Who Fear Him", das sich durch die erneut herrlich dreckige Produktion von CONVERGE-Klampfer Kurt Ballou von Beginn an wie eine von Finsternis umschleierte, abgehalfterte Kathedrale vor dem geistigen Auge aufbaut, Songs jeglicher Coleur in seinen unheiligen, mit Ratten verseuchten Räumlichkeiten verstaut: da wären zum einen die bröckelnden, pechschwarz-zähen Monolithe "An Apathetic Grave" und "The Merciless Tide", die vereinzelt mit Mackintosh-Signatur-Melodien ausgestattet wurden, zum anderen die schnelleren, crustpunkigen Nummern à la "Nihilist", "Temple Of Rats" und "Kill All Your Masters" und dann hat man mit "Soldier Of Christ" auch noch einen Song straight outta Stockholm '90 sowie zwei groovende Dampfwalzen ("Degeneration", "Amongst The Filth"), wodurch der Drittling im Kontext abwechslungsreiche Anlagen in die Wiege gelegt bekommen und daraus einen nicht allzu repetitiven Charakter entwickelt hat.

Damit ist dann zum vorübergehenden Ableben VALLENFYREs eigentlich auch alles gesagt. Wie man im zweiten Absatz schon annähernd herauslesen konnte, ist "Fear Those Who Fear Him" hier und da womöglich nicht ganz so fesselnd wie ein "Splinters", aber eben immer noch ein lohnenswertes Alte-Schule-Vergnügen, das einen großen Bogen um ausgeklügeltes Songwriting schlägt und stattdessen mit stumpfer, rostiger Säge - also in allerbester Tradition - die Häupter von den Rümpfen abtrennt. Es gibt also höchstwahrscheinlich 5237914860 schlimmere Wege, sich von seiner Anhängerschaft zu verabschieden als mit einem Silberling der Marke "Fear Those Who Fear Him".



Bewertung: 4.0 / 5.0
Autor: Pascal Staub (31.05.2017)

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