ROOMMATES - Fake

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VÖ: 00.03.2017
Bandinfo: ROOMMATES
Genre: Southern Rock
Label: Nadir Music
Lineup  |  Trackliste

Erstaunlich, wie viele Bands mit dem Namen ROOMMATES es gibt. Wir reden jetzt auf alle Fälle über die italienische Band, die gerade im März 2017 ihr Album „Fake“ released haben.
Witzig irgendwie, die erste Assoziation mit einer Band, die Southern Rock macht, wären die endlosen Weiten des amerikanischen Hinterlandes und nicht unbedingt Italien. 2012 fanden sich Davide, Danilo und Marco als akustisches Trio zusammen, ergänzt von Alessio wurden sie dann doch deutlich wuchtiger, wenngleich ihrer Musik eine durchgehende Verträumtheit anhaftet und den melodischen Feinheiten große Bedeutung zugemessen wird.

„Light“ erfreut das Ohr, alle Hörer, die beispielsweise LYNYRD SKYNYRD gern haben, werden sich mit diesem Track sehr wohlfühlen. Die ROOMMATES erfinden bei diesem Stück nichts neu, aber gut gespielter Rock ist auch ohne Überraschungen immer ein Genuss. Der Song wird gegen Ende etwas langatmig, live kommt er bestimmt besser als auf Platte an – die ROOMMATES sind auch eine absolute Liveband und haben in Italien und Frankreich bereits eine Menge Auftritte absolviert.

„Blow Away“ ist ein absolutes Zuckerl, sehr originell komponiert und dank der eingängigen melodischen Komponente (die aber nicht zu poppig wirkt) pfeife ich bereits zur Halbzeit bei dem Lied mit. „Blow Away“ wirkt frischer als „Light“ zuvor, allein nur die Gitarre macht richtig was her. Wenn man die beiden Songs nacheinander spielt und nicht explizit darauf achtet, glaubt man wohl kaum, dass beide von der gleichen Band sind.

„Fakin’ Good Manners“ beginnt und ich erwarte mir fast, dass mir jetzt noch eine weitere musikalische Seite der Band präsentiert wird. Aber nein, der Track ist wieder eher mit „Light“ vergleichbar, ein harmonischer Southern Rock-Song mit weiblicher Stimme als Unterstützung, die einen sehr angenehmen Akzent setzt. Ein Song zum Schunkeln und sich gegenseitig fest halten – nicht schwankend vom Alkohol, sondern weil man gar so sehr verliebt ist!

„Black Man Guardian“ überrumpelt einen dann mit mehr Drive, als zu erwarten war, das ist eine Nummer, die man ganz laut aufdrehen möchte, bei heruntergelassenen Fenstern im Auto auf der (vorzugsweise) fast leeren Autobahn. „Empty Love“ schlägt in die gleiche Kerbe, wieder mit weiblichem Support, den man sich meiner Ansicht nach in dem Fall aber hätte sparen können.

Mit „On Water Wings“ werde ich wieder glücklich, ein ruhiger Song, der Gedanken an laue Sommerabende im Süden hervorruft, diese Musik kann man gut hören, auf der Veranda sitzend bei einem Glas Wein.

„I Smile“ und dann ist es schon wieder vorbei, zum Abschluss des Albums zeigen sich die ROOMMATES ein weiteres Mal von der kuschelrockigen Seite.


Ein bisschen fehlt mir die Kernessenz, das „gewisse Etwas“, welches ich NUR mit den ROOMMATES in Verbindung bringen würde. Live würde ich sie mir gerne ansehen, denn alle Tracks haben Potential auf einer Bühne nochmal ganz anders zu wirken, außerdem würde ich es sehr begrüßen, wenn die Band sich vielleicht noch etwas mehr in die Richtung bewegt, welche sie bei „Blow Away“ so schön angedeutet haben.



Bewertung: 3.0 / 5.0
Autor: Lee (17.05.2017)

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