THE OSSUARY - Post Mortem Blues

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VÖ: 17.02.2017
Bandinfo: THE OSSUARY
Genre: Heavy Rock
Label: Supreme Chaos Records
Lineup  |  Trackliste

"Vielleicht vermisst Du ja auch wie viele andere heutzutage die authentische, erdige Kraft des klassischen Heavy Rock, mit einer gewissen Nähe zum Prog im eigentlichen Sinne und die frische Wildheit der ersten Anfänge der Metal Bands der 70er, als es den Begriff Heavy Metal noch nicht einmal richtig gab, sondern er von diesen Vertretern erst begründet wurde? Wenn es Dir so geht, dann ist THE OSSUARY genau Dein Sound" – Worte mit denen THE OSSUARY angepriesen werden, denen das 2014 in Süditalien gegründete Quartett auch teilweise gerecht wird.

Frische Wildheit versprühten die proglastigen frühen Metalbands zwar nur bedingt, ein Vergleich derer mit THE OSSUARY ist aber passend, da diese auf ihrem Debüt "Post Mortem Blues" einen stark von dieser Zeit geprägten Retrorock präsentieren. Auf alt getrimmten Hard Rock oder Heavy Metal zu machen ist zwar längst nicht mehr originell, aber wenn man es schafft sich von Vorbildern inspirieren zu lassen und daraus etwas eigenes zu kreieren, kommt immer wieder noch etwas Interessantes dabei heraus.
"Ein Mix aus SABBATH-artigen Riffs, düsterer PENTAGRAM-Stimmung, melodischen THIN LIZZY / WISHBONE ASH / guten alten IRON MAIDEN-Gitarren-Leads, CAPTAIN BEYOND-Prog-Passagen und epische Ausschweifungen à la Rainbow." Auch die EDGAR BROUGHTON BAND und URIAH HEEP kann man zu den Zutaten fügen, aus denen THE OSSUARY ihren Sound brauen. Das Ergebnis klingt dunkel, schwer und zähflüssig, aber nicht wie Teer, sondern eher wie Melasse.

 

Die Songs lassen sich grob in zwei Typen unterteilen (die auch überlappen können). Das eine sind klassische Rocknummern im 70er-Jahre-Stil mit einem leichten Bluesrock-Einschlag, so etwa der Titeltrack, "Post Mortem Blues", ein mitreißender Retro-Stampfer. Auch "Blood On The Hill" kommt sehr beschwingt daher.

Das andere sind Songs, die eher in Richtung Doom- und Progressive Rock tendieren. Darunter auch die interessantesten Stücke auf diesem Album, wie das sehr atmosphärische "Black Curse" und "Graves Underwater". Letzterer ist ein Song, der nicht nur durch die Doom/Prog-Mischung besticht, sondern auch mit seiner Struktur. So bricht er nach rund vier Minuten aus und durchzieht in puncto Tempo und Melodie einen Wechsel, aber langsam und fließend kehrt er wieder zu seinem Ursprung zurück, wobei er doch anders klingt als zu Beginn, da die beiden Teile von "Graves Underwater" harmonisch miteinander verwebt werden. Interessant ist auch "Evil Churns", eine weitere Doom-Nummer, die sich in ihren neun Minuten im Stile klassischer Prog Rock-Stücke immer wieder dreht und wendet, an Tempo und Energie zulegt um dann wieder langsamer und leiser zu werden.

Stefano Fiore's Vocals bewirken, dass auch die dunkleren Stücke nie zu düster oder herb wirken. Mit "The Crowning Stone" gibt es einen Song der insgesamt eher nach Doom "light" klingt Auch "Witch Fire" ist weniger doomig, aber insgeamt dennoch eine ganz nette Nummer.

Bei "The Great Beyond" angelangt, denkt man sich schon, das klingt "typisch" nach THE OSSUARY. Die stilistische Verbindung zu den genannten Vorbildern kann man heraushören. Das Gesamtergebnis klingt für Retrorock aber erstaunlich frisch und dürfte Fans von 70er-Jahre-Hard Rock und frühem Heavy Metal sehr zusagen.

Das Cover von "Post Mortem Blues" passt zum Sound: klassisch, atmospärisch, dunkel aber nicht zu düster.

Erhältlich ist das Album als Download, CD, Vinyl und bald auch auf limitiertem, klaren Vinyl mit Multicolor-Splatter.



Bewertung: 4.0 / 5.0
Autor: Brigitte Simon (14.05.2017)

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