DER ELEFANT - Der Elefant

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VÖ: 09.12.2016
Bandinfo: DER ELEFANT
Genre: Instrumental / Shred / Fusion
Label: Eigenproduktion
Lineup  |  Trackliste

„Entschuldigung, ist das Ihr Elefant?“

„Nicht anfassen, hab’ ich gesagt!“

„Laufen Sie doch nicht weg ... warum ziehen Sie sich jetzt Ihren Rucksack über den Kopf?“

Wer morgens Bahn fährt, der kennt diese Situation. Beim deutsch-amerikanischen Instrumental-Trio DER ELEFANT ist es ähnlich – würde jemand mit zu viel Fantasie holprig überleiten. Alex Scholpp an der Gitarre, Kevin Chown am Bass und Timm Schreiner an den Drums schlängeln sich gekonnt durch drei steinige Fusion-Shred-Tracks ihrer selbstbetitelten Debut-EP. Hier sind erkennbar routinierte Vollblutmusiker am Werk.

Der schattige Gott des Groove hat gütig die Hand über diesen Elefanten gehalten. Amen!

Der sprichwörtliche Elefant im Raum ist TARJA Turunen*. Weil DER ELEFANT aus Mitgliedern ihrer Live-Band besteht, gucken alle ganz besonders gespannt hin. Das Problem dabei: obwohl die letzten beiden Sätze korrekt sind, verknotet sich die Logikpipeline im Hirn und stört so den Blutfluss zum auditorischen Cortex. Fatal, denn in diesem Moment der Unaufmerksamkeit entschwinden drei Kunstwerke am Hinterkopf vorbei in die rotsandige Steppe – und da gehören sie definitiv nicht hin.

Vergleiche sind hier ohnehin überflüssig: DER ELEFANT trampelt energiegeladen seinen eigenen Weg und umgeht dabei wendig jeden Porzellanstapel in der Savanne. Auch ohne Gesang rauscht ungezähmte musikalische Energie Richtung Herz. Die Elefantenmenschen erzählen mit ihren Instrumenten eine abwechslungsreiche Geschichte voller Kopfnicker-Riffs, wunderbar knurrender Basslines und selbstbewusst lebhafter Gitarrenläufe. Worum es geht – diese Energien also in Worte zu wandeln – wird ganz dem Hörer überlassen.

Das klappt beim großartigen „Elefante“ und „Caterpillar“ außerordentlich geschmeidig – nicht zuletzt durch sichere Eingängigkeit. Der fünfminütige Goodbye-Track „Freedom“ schweift zeitweise, trotz des schwer beeindruckenden Grundmotivs, durch mäandernde Solopfade auf die Liegewiese ab. Glücklicherweise bleiben das aber die einzigen Momente, in denen man gespannt darauf wartet, dass jemand schreit. Alle drei Tracks auf „Der Elefant“ sind spätestens nach der zweiten Begegnung Kandidaten für die Repeat-Funktion. Insgesamt ein vielversprechender erster Eindruck. Daraus kann noch eine abenteuerliche Liebe entstehen.

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*das wollte ich schon immer mal schreiben

Schaut, wo DER ELEFANT entlang-grooved:



Bewertung: 4.0 / 5.0
Autor: Daria Paul (27.03.2017)

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