FIRSTBORN - Firstborn

Artikel-Bild
VÖ: 24.03.2017
Bandinfo: FIRSTBORN
Genre: Rock
Label: 2808-MGMT
Lineup  |  Trackliste

Ein wenig fühlt man sich dann doch an den lieben „Johnny B Goode“ erinnert, wenn man sich in die Bandgeschichte von FIRSTBORN hineinliest. Zugegeben, diese ist kurz, die schwedische Formation eine sehr junge. Fabriksarbeiter in der südschwedischen Provinz, mitten im Nirgendwo, kommen in jeder freien Minute in einem dunklen Keller zusammen, um auf einer ausrangierten Akustik-Gitarre und einem Schlagzeug, das mit Additionen von Omas Kochtöpfen wahrscheinlich sogar noch im Klang und Wert gesteigert worden wäre, Musik zu machen. Sie träumen vom Ausbruch und vom Aufbruch, wobei ihnen die Musik als Ventil dient. Trotz aller kritischen Stimmen verfolgen sie ihre Ambitionen und machen mit Überzeugung weiter, wo ihnen kaum noch jemand eine reelle Chance geben wollte. (Wir erinnern uns, die schwedische Provinz). Wer nun aber glaubt, diese Rebellion hätte FIRSTBORN in die Punk-Richtung getrieben, sei hiermit direkt eines Besseren belehrt. 

Am Ende ihres Traums stehen nun beachtliche elf Songs, gepresst auf einem gleichnamigen Album, das sich hören lassen kann. Bedient wird man hier mit feinem Alternative Rock, der sich nicht durch große Neuerungen oder Spitzen auszeichnet, aber mit Frische und Güte verfeinert ist. FIRSTBORN halten sich nicht damit auf, neue Erfindungen zu tätigen. Sie nehmen ihre Texte, die von oben genannten Sehnsüchten nach Ausbruch aus einem rural geprägten Umfeld und dem Verfolgen der eigenen Träume erzählen, und bauen rockigen und melodiösen Sound drum herum. Die Mischung aus frisch und rockig, und trotzdem nicht überbordend in der Machart, steht den Schweden durchaus und aus dem Album „Firstborn“ wird ein angenehmes Hörerlebnis. Kraftvolle Rocknummern wie „Sidewards“ oder „Headstrong“, das mit einer spannenden Melodieführung aufwartet, oder melodische Nummern wie „The last fix“ wechseln sich auf dem Debut des Schweden-Trios mit gemächlicheren, aber nicht weniger mitreißenden Tracks ab, zu denen auch der Vorführ-Song „Incomplete“ oder „Stall“ zählen – letzteres mit getragen gefühlvollen Verse-Teilen. Dass auch gefühlvoll und balladenlastig durchaus ins Repertoire von FIRSTBORN gehören, beweisen, neben dem ruhigen und im dezenten Spannungsaufbau sehr gelungenen Rausschmeißer „What did matter, doesn´t matter“, auch die vielen songinternen Wechsel zwischen rockigem und mitreißendem Refrain und gediegen-beruhigten Verse-Einlagen. 

FIRSTBORN hat mit ihrem gleichnamigen Erstling eine solide Alternative Rock-Scheibe eingespielt, die genau dann richtig ist, wenn man sich eben nicht mit großen Spitzen und kompliziert gefrickelter Musik auseinander setzen will und kann; Wenn man im Namen der Gemütlichkeit etwas braucht, was frisch klingt und sich trotzdem nicht überschlägt. Schöne Melodien, gemütliches Gerocke und einige wenige notwendige Kanten, um zu vermeiden, dass der Sound zu glattgebügelt wirkt, das alles wird hierbei geboten. Nicht mehr und nicht weniger. 

 



Bewertung: 3.5 / 5.0
Autor: Lisi Ruetz (22.03.2017)

WERBUNG: Hard
ANZEIGE
WERBUNG: NIGHTWISH - Decades: Live In Buenos Aires
ANZEIGE