YOUDASH - Astrophobia

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VÖ: 16.12.2016
Bandinfo: YOUDASH
Genre: Death Metal
Label: Deformeathing Production
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Lineup  |  Trackliste

Wer sich vor Sternen fürchtet, greift nicht danach. Der schleicht nachts gesenkten Hauptes durch die Straßen, wohlwissend, von Trilliarden diffuser Lichter befunkelt zu werden. Die Sterne des Himmels sind unnahbar, todbringend und kalt. Kein Wunder, dass das einem Pentagramm nachempfundene, gnadenloseste aller Raubtiere des Meeres den Stern im Namen trägt.

„‚Astrophobia‘ klingt einfach gut als Albumtitel“, dachten sich die Extrem-Metaller von YOUDASH. Obwohl mit dem Drummer ein Psychotherapeut im Lieferumfang enthalten ist, kann mit dem Konsum dieser Platte keine beruhigende Wirkung erzielt werden. Es sei denn, man ist generell eher der Typ, der einer umgefallenen Kerze im Wohnzimmer mit einem Flammenwerfer und der 180 Schuss umfassenden Pyrotechnik-Batterie „Todesstern von Bethlehem“ entgegentritt.

YOUDASHs Sound hat ein solides Fundament im Death Metal. Er ballert und dröhnt tieftonig aus den Boxen, während sich brutale Growls über den „Deathstar“, „Astral Anxiety“ und andere „Celestial Phenomena“ erzürnen. Jede darüber hinausgehende Beschreibung muss sich zwischen Genres herumschlängeln, denn an „Astrophobia“ sind einige kreative Arkelanfälle beteiligt – ganz ungezwungen jedoch und nie als Hauptattraktion. So vermitteln YOUDASH auf „Astrophobia“ mitreißende Spielfreude. Fast schon touretteartig bricht sie sich ihren Weg durch die Wall-Of-Death, albert mit Roboterstimme herum, vertont einen fiebrigen Alptraum FRANK ZAPPAs, kickt ein Effektgerät in die Luft und verschwindet fauchend im Mikro.

Mit eigenen Worten beschreibt Leń von YOUDASH es professioneller:
"Nimm einen Rhythmus von THE POLICE, dazu ein Riff im Stile von CORONER, den Bass à la U2, lass Chris Barnes und Yoda die Vocals singen – das ist das Rezept für den YOUDASH-Sound."

Erstaunlicherweise bleibt „Astrophobia“ dabei über die gesamte Länge durch-hörbar, denn YOUDASH sind wahre Meister darin, tausende Ideen zu verarbeiten, ohne dass der Flow darunter leidet. Gangshouts, Kuhglocke, Blastbeats, Irrenhaus, Wutausbruch: Alles fügt sich geschmeidig und unhysterisch zum ganz eigenen Rhythmus. Wer seinen Haustieren, aufgrund einer schweren Kindheit voller WTF-Momente, gerne mal meshugge Riffs auf dem Staubsauger vorspielt, wird sich "Astrophobia" selig lächelnd an die Stirn halten, während die Nachbarn versuchen die Haustür aufzuhebeln. Nach so einem Debüt sollte man YOUDASH wachsam beobachten. Sehr wachsam.

Wenn ihr zur Musik das unmögliche Interview mit YOUDASH genießen wollt, bitte hier entlangklicken.

Anspieltipps

"Devouring Cell" – Roboter trägt Lyrik zu Maschinengewehrklängen vor:

"Astral Anxiety" – mehr Groove, mehr Morse-Schluckauf:



Bewertung: 4.0 / 5.0
Autor: Daria Paul (10.03.2017)

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