MAAT - Monuments Will Enslave

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VÖ: 03.03.2017
Bandinfo: MAAT
Genre: Death Metal
Label: Aural Attack
Lineup  |  Trackliste  |  Credits

Vor nicht ganz drei Jahren haben fünf deutsche Metaltalente unter dem Namen MAAT ihr Debütalbum "As We Create The Hope From Above" vorgestellt, das trotz einiger kleinerer Schwächen, die für einen Erstling eigentlich völlig natürlich sind, insgesamt einen beachtlich autarken Einstieg in das proppenvolle Death-Metal-Becken darstellte. Nun graben sich die Berliner Ägyptologen mit ihrem Zweitwerk "Monuments Will Enslave" von den Katakomben zurück an die Oberfläche und emanzipieren sich noch weiter von den ohnehin kaum zutreffenden Vergleichen mit NILE, die aufgrund der recht ähnlichen Wahl der Lyrik und der visuellen Ästhetik aber wohl weiterhin Usus sein werden. 

Dabei könnte man die fünf jungen Herren schon nach dem grandiosen Opener "March For A Dying God" und dem weiter hinten folgenden "Dissolved Into Dust" als Death-Metal-Version von MELECHESH titulieren, weil sich in eben diesen Stücken ägyptisch-orientalische Drumpatterns und Gitarrenharmonien exkavieren lassen, die an die "Emissaries"-Phase der Israeliten erinnern und sich formschlüssig mit rasendem Todesstahl binden. Nach einem kurzen, unverheißungsvollen Akustikgitarren-Intro dreht dann "The Divine Slaughtering Of Mankind" mit rasenden Rhythmen und einer kleinen Sandprise Black Metal weiter mächtig an der Schlagzahl, weshalb man hier auch unweigerlich von der musikalischen Entsprechung des Sphinx'schen Nasenverlustes philosophieren kann.

MAAT können aber auch viel mehr als Tobsucht sein und belegen das anschließend mit dem orchestral angereicherten "Im-Ho-Tep" (nö, kein ICED EARTH Cover) und insbesondere "Defeating Gods". Während ersteres ähnlich dem gigantischen Stein des Frontartworks durch die Wüste pflügt und dabei ein paar interessante Leads freilässt, besticht zweiteres zunächst durch seinen Treibsand-ähnlichen, zähflüssigen Aufbau inklusive interessanter Reminiszenzen moderner MARDUK und FUNERAL MIST in Sachen Gitarrenarbeit und finsterer Atmosphäre, bevor der nächste dichte Sandsturm folgt und durch episches Sampling erweitert wird. Kein Zweifel: viel besser kann man in ein Album einfach nicht starten. Ab diesem Punkt stellt sich gerne mal die Problematik ein, dass man dann gezwungenermaßen etwas nachlässt und dem anfänglichen Inferno Tribut zollt, aber mit der Walze "Funeral Eulogy" und ihren beschwörenden ROTTING CHRIST Gedächtnis-Background-Gesängen ist diese Dürreperiode nicht absehbar. Eher im Gegenteil.

Trotz dessen, dass die Berliner nämlich noch ein relativ unbeschriebenes Blatt sind und sich nahezu ausschließlich im Untergrund an größerer Beliebtheit erfreuen, haben sie seit ihrem Debüt einiges dazugelernt und ihre Fähigkeiten auf diese Weise ausgebaut. Ja, logischerweise haben auch MAAT Fremdeinflüsse, aber wer hat die heutzutage nicht? Eben. Das Quintett spielt eine Art Death Metal, die der von VADER und BEHEMOTH nicht unähnlich ist, und besitzt dabei aber gerade in der Saitenabteilung die Gabe, mittels diverser Einflüsse aus fremden Kulturen eigenständige Vibes zu erschaffen, die eine angenehme Distanz zur Konkurrenz herstellen. Bestes Beispiel dafür ist "The Path", das einerseits munter knüppelt, andererseits aber von feinen Melodien durchsetzt ist, die dann das Zünglein an der Waage sind und den Unterschied ausmachen können.

Dass sie das in nahezu jedem anderen Stück ebenso bewerkstelligen können, spricht für sich und die seit "As We Create Hope From Above" vollzogene Weiterentwicklung von MAAT. "Fear Of The Unknown" kann da womöglich nicht ganz Schritt halten, aber spätestens nach dem atmosphärischen Interlude "The Rise" legt man nochmal einen gutklassigen Endspurt hin, der sich mit dem Einstieg zwar nicht ganz auf einem Level befindet, gleichzeitig aber auch nicht weit davon entfernt ist. Diese etwas gemäßigteren Töne sollen aber auch nicht darüber hinwegtäuschen, dass MAAT mit "Monuments Will Enslave" insgesamt ein starkes und eigenständiges Death-Metal-Werk kreiert haben, das weit weniger Längen als das Debüt besitzt und durch einen ordentlich röhrenden Sänger namens Toth (könnte glatt der Ziehsohn von GOREFEST-Legende Jan-Chris de Koeijer sein), einen stets antreibenden Drummer mit dem passenden Namen Tempest und einer wuchtigen wie kantigen Produktion aus den deutschen Soundlodge Studios abgerundet wird. Death-Metal-Fans sollten hier definitiv zuschlagen und supporten, das haben sich MAAT mit ihrem hohen Aufwand unlängst verdient.



Bewertung: 4.0 / 5.0
Autor: Pascal Staub (02.03.2017)

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