DEATH VALLEY HIGH - CVLT [AS FVK]

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VÖ: 04.11.2016
Bandinfo: DEATH VALLEY HIGH
Genre: (stilübergreifend)
Label: minus HEAD Records
Lineup  |  Trackliste

Beinahe ein Review

Stellt euch folgendes vor: ein Zombie mit einer unheimlich sonoren Stimme betritt den Raum, sagt “Verdammt, das sind ja Hipster!” und zeigt entsetzt auf die CD in euren Händen. Auf deren Cover sind zwei instagrimmig dreinblickende Wesen mit buntem Plastikhaar zu sehen, die einen zum Molotov-Cocktail präpariertem Crystal-Head-Wodka in ihren Händen halten. Also haltet ihr etwas in Händen, das etwas abbildet, das etwas in den Händen hält – und dann zerspringt der Zombie in tausend Teile. Unglaublich. Das ist schon eine etwas weirde Situation.

Nachdem ihr euch das vorgestellt habt, folgt nun – beinahe – ein Review des Albums „CVLT [AS FVK]“ der kalifornischen Band DEATH VALLEY HIGH. Die posieren zwar nicht persönlich auf dem Cover, aber ihre Seelen sind in Form nanometergroßer Ups and Downs in die Scheibe gefräst. Deshalb muss man feststellen, dass sie indirekt auch dafür verantwortlich sind, dass sich in unserer Redaktion monatelang niemand getraut hat, dieses Ding auch nur anzuschauen, geschweige denn es mit nach Hause zu nehmen. Hier laufen jede Menge Zombies herum und die sind ja nicht blöd! Keiner zerspringt gerne wie eine räudige Ming-Vase!

Um – ebenfalls beinahe – zum Punkt zu kommen: ich habe es mir angehört. Einfach deshalb, weil ich kein Zombie mehr sein will. Ich beurteile eine CD nicht nur nach dem Aussehen. Trotzdem nagt die diffuse Angst, dass diese sinistren Bitches mir die Bude abfackeln werden, kontinuierlich an meinem Hals. Deshalb kann ich nur Gutes berichten. DEATH VALLEY HIGH machen SEHR SCHÖNE MUSIK – irgendetwas zwischen modernem Alternative Rock, Industrial, New Wave und Dance. Und ja, man kann wirklich gut dazu tanzen. Es ist wie eine ins Jahr 2017 gebeamte Mischung aus den besser gelaunten NEW ORDER, ECHO AND THE BUNNYMEN, MARYLIN MANSON und den DEFTONES, die mit den zugedröhnten KILLING JOKE um 04:27 Uhr im Krankenhausflur sitzen und äußerst ernst dreinschauen. Beinahe jeder Song vermittelt einem die Assoziation, sich in einem absolut hoffnungslosen Film über depressive Teenager mit außergewöhnlichen mentalen Fähigkeiten zu befinden, die in einem geklauten Auto auf einem endlosen Staubhighway der Dämmerung entgegen fahren und sich dabei mit buntem Heroin Punkte ins Gesicht malen – also „yolo“ schon gelebt haben bevor es auf der vorletzten Weihnachtsfeier peinlich wurde.

Mir gefällt „CVLT [AS FVK]“, weil ich die abgefvkte Einstellung der Band, von Tränen an die Wangen geklebtes Konfetti, die Stimme von Reyka Osburn, Dunkeltanz im Disconebel und natürlich auch böse Mädchen mit Perücken liebe. Da aber keiner weiß, welche Freaks das hier lesen: hört’s euch doch selbst an, bitte sehr. Vielleicht wollt ihr euch danach ja ebenfalls nochmal „Donnie Darko“ oder etwas Ähnliches ansehen. Vielleicht geht’s euch aber auch so wie dem Zombiekollegen. Das wäre den Bitches auf dem Cover von „CVLT [AS FVK]“ wohl sehr Recht. Die würden aber auch eiskalt noch ein Selfie mit eurem warmen Body machen bevor es losgeht. Zero fvks given.

Empfehlung des Hauses:

Der 2. Track "Warm Bodies":
Dance, Dance, Dance – Robodance – und jetzt alle: “Warm Bodiiieeeeeees...“

Der 6. Track "Groie Donker (Grow Dark)":
Wir werden sowieso irgendwann sterben. Warum also tanzen?



Bewertung: 4.0 / 5.0
Autor: Daria Paul (16.01.2017)

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