A HIGHER PLACE - Ghosts

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VÖ: 17.09.2016
Bandinfo: A HIGHER PLACE
Genre: Thrash Metal
Label: Eigenproduktion
Lineup  |  Trackliste

A HIGHER PLACE from Lower Austria. Ob da nur ein Wortspiel beabsichtigt ist oder der geheime Wunsch der Band, das Flachland – und somit sich selbst – ein wenig zu erhöhen, wird jetzt als Vermutung und mit einem neckischen Augenzwinkern einer Tirolerin einfach so stehen gelassen. Vielleicht ist es ja nichts davon und ich tappe vollkommen im Dunkeln. Aber nein, ich werde jetzt nicht die „Unsere Berge sind aber höher“-Diskussion lostreten, denn jetzt geht es um die Musik. Und das, was da von A HIGHER PLACE, vor allem von der aktuellen Scheibe „Ghosts“ über die Ebenen schallt, darf ruhig laut aufgedreht werden. 

Hierbei handelt es sich um Thrash Metal. Das Vierergespann krawallt sich mit einem ordentlichen Arschtritt-Sound in die Gehörgänge aller, die freiwillig oder gezwungen in Reichweite gerät. Dabei bedienen A HIGHER PLACE sowohl eine Basis der alten Schule wie auch frischer, melodische Elemente, die dem durchbeißenden Riffing und der strammen Marschrichtung eindrücklich Schwung verleihen. Die brachialen Vocals kommen durch Kraft und schroffe Rauheit wohl einer Kampfansage gegen die eigenen Stimmbänder gleich, geben den Kompositionen aber zusätzlich einen ordentlichen Hieb in Richtung Aggressivität. 

Das freudige Gebolze beginnt mit „Antennas of Hell", das nach einem kleinen Intro schwer und stampfend loslegt und dann in bester Thrash-Manier davonheizt und mit ein paar Old School-Melodien überrascht. „Conspiracy“ rauscht dann mit etwas mehr fröhlicher Metal-Attitüde und definitiv einem großen Haufen Spielfreude daher. Aggressiver und back to the basics besinnt sich dann „The Signal“ wieder auf die Hau-drauf-Gangart und einer ausgefeilten Rhythmik, die gerade in diesem Song durch mehrmalige Wechsel noch einen drauflegen. (Wobei ich mir bei der Refrain-Textzeile „There is a signal in the air“ ein Schmunzeln einfach nicht verkneifen kann, weil ich ständig an Batman denken muss. So entschärft man Songtexte und es tut mir Leid. Nein, eigentlich nicht.) Nun gut, weiter im Text, immerhin hat diese Werksbeschau noch so einiges zu bieten. Hier geht es nämlich nun etwas unspektakulärer mit „Fearless“ weiter, wobei das keinerlei Abwertung ist. Weiterhin bedienen A HIGHER PLACE alle Grundgedanken eines gelungenen Songs, nehmen die Melodie bis auf homöopathische Dosen (das ziemlich gefinkelte Solo ausgenommen) heraus und schenken einem brachialeren Voranschreiten mehr Beachtung. Mit „Ghost“ folgt dann der wohl direkteste Song der Scheibe. Ohne große Umschweife oder Ausschmückungen „rockt“ dieser fast schon durch die Lautsprecher, ehe „Wake up“ treibend-schwer über alles hinwegrollt und platt macht. Der Rausschmeißer „My enemy and me“ übt sich dann in fast sieben Minuten heillosem Nackenzerstörungs-Massaker noch einmal erfolgreich in speedigem Geriffe und ordentlich Dampf in den Maschinen.

A HIGHER PLACE geben für ihr Erstlingswerk ganz schön Gas. Die sieben Songs sind abwechslungsreich, steigern sich zu Beginn ordentlich, lassen im Mittelteil der CD etwas unspektakulärere Direktheit einkehren und enden mit einem ordentlichen Kracher. Jeder einzelne der Songs auf dem Debut „Ghosts“ klingt, als würden sie es live ordentlich krachen lassen und eine mächtige Zerstörungsparty heraufbeschwören. Durch Mitgröhl-Refrains wie bei „Fearless“, eingängiges Riffing, stampfende Nackenbrecher-Passagen und speedigen Einlagen müssen die Songs live einfach funktionieren und ordentlich abräumen. Täte also not, sich davon selbst zu überzeugen. A HIGHER PLACE haben jedenfalls mit ihrem Erstling schon einmal ordentlich Schwung und Spielfreude in die Thrash-Nation gebracht. Weitermachen!

 



Bewertung: 4.0 / 5.0
Autor: Lisi Ruetz (17.01.2017)

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