DIVINE WEEP - Tears Of The Ages

Artikel-Bild
VÖ: 05.08.2016
Bandinfo: DIVINE WEEP
Genre: Power Metal
Label: Total Metal Records
Lineup  |  Trackliste

Das Rad im Power Metal neu zu erfinden, gelingt mittlerweile wohl nur noch in Ausnahmen, war irgendwie alles schon einmal da und die Größen des Genres sind unzerstörbar in Stein gemeißelt. Darum ist es auch doppelt schwer, nicht im Fahrwasser der ein oder anderen Vorreiter-Truppe zu gleiten und dabei auch noch frisch zu klingen. Die Polen von DIVINE WEEP bemühen sich redlich, genau das zu tun. Ja, sie klingen wie Power Metal nach allen Regeln der Kunst. Doch Spaß und Spielfreude bringen sie allemal mit und somit eine gute Portion Frische, obwohl sie sich trotzdem nicht von der alten Schule entfernen. 

Interessanterweise begann DIVINE WEEP anfänglich nicht nur mit anderer Besetzung, sondern auch als Black Metal-Formation, die sich mit den Jahren aber eines besseren besann und zusammen mit Lineup-Wechseln auch ein anderes Genre bedienten. In diesem powerlastigen Strom entstand eine Demo und 2013 dann das Debutalbum „Age of the Immortal“. Trotz weiterhin instabiler Lineup-Lage, mitunter auch am Mikro, arbeitete die Band an neuem Material, um dann 2016 mit der neuen Scheibe „Tears of the Ages“ aufzuschlagen. 

DIVINE WEEP bedienen sich neben der klaren Stimme, die bis auf wenige Ausnahmen ohne Tonhöhenspitzen auskommt, eines kraftvollen Riffings, ohne dabei zu ausladende und überbordende Soli durchzuzwingen, was der Direktheit der Songs keineswegs schadet. Melodische Begleiterscheinungen treten entweder in Intros oder als schmückendes Beiwerk auf, sind aber nicht so dominant, um die Songs damit zu erschlagen. Oftmals bearbeiten DIVINE WEEP einer fast schon rockigen Gangart, wie etwa in „Day of Revenge“ oder „Never Ending Path“. Der Namensgeber des Albums „Tears of the Ages“ rundet die Scheibe dann mit einem fünfminütigen Album-Highlight ab. In diesem Song zeigen die Polen noch einmal alles, was sie im Repertoire haben, und warten sowohl mit episch-kraftvollen Linien und Tempowechseln. 

Lediglich bei der Zweistimmigkeit vergreifen sich die Sänger manchmal sprichwörtlich im Ton, kommen in einigen Gesangsparts des ersten Songs „Fading Glow“, doch die berühmten Zehennägel ins Rollen. Dies ist allerdings der größte und gravierendste Kritikpunkt dieses sonst soliden, wenn auch nicht überbordenden Albums. 

„Tears of the Ages“ ist ein schön gemachtes Album. Nicht spektakulär, nicht außergewöhnlich, aber durchaus solide und mit bestem Wissen und Gewissen bearbeitet. Luft nach oben bleibt allemal. 

 



Bewertung: 3.0 / 5.0
Autor: Lisi Ruetz (13.01.2017)

WERBUNG: Hard
ANZEIGE
WERBUNG: Escape
ANZEIGE