KARMA RASSA - Talks to innerself

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VÖ: 13.09.2016
Bandinfo: KARMA RASSA
Genre: Progressive Metal
Label: SoundAge Productions
Lineup  |  Trackliste

Es gibt Tage, da muss es krachen. Und dann gibt es Tage, da tobt draußen ein Herbststurm, richtig hell werden will es auch nicht und man bleibt lieber unter einer Decke und macht es sich gemütlich. Der perfekte Soundtrack hierzu besteht nicht aus aufmüpfigen Krach, der einen nicht in Ruhe lassen kann, es bedarf einer etwas angemesseneren Gangart. Empfohlen werden kann KARMA RASSA mit „Talks to innerself“. Die Russen aus St. Petersburg mischen angenehm ruhige Sounds mit progressiver Güte, ohne dabei unerhört kompliziert zu werden und geizen auch mit emotionaler Tiefe nicht. Balsam für die Seele, ohne einschläfernd zu wirken. Denn natürlich wird nicht auf schnelle Rhythmen und aufwühlende Linien verzichtet. KARMA RASSA schaffen es lediglich, die ganze Dramatik ihrer Werke in Balance mit einer deckenden Stimme und eisklaren Keyboard-Tönen zu halten. 

War der Erstling der Band „Music into the void“ noch eher gut, aber unspektakulär mit Luft nach oben, macht die Atmosphäric-Prog-Band KARMA RASSA zwei Jahre später einen großartigen Schritt in Richtung Perfektion. Musikalisch besticht das russische Quartett in erster Linie durch eine atmosphärische Grundnote, die sich durch alle Songs des Albums zieht. Darübergelegt werden kraftvolle Gitarren, die allerdings kaum den Ton angeben – zumindest meistens nicht – und melodiegebende Keyboard-Linien, in welchem weniger auf virtuose Schnelligkeit Wert gelegt wird, sondern auf getragene Tonentwicklung. Dadurch erhält der Sound trotz aller Kraft etwas Tiefes, Emotionales, klingt aufbrausend und mitreißend, wie auch verträumt. Nicht zuletzt bedienen sich KARMA RASSA einer Singstimme, die ohne große Spitzen und vor allem nicht in himmelragenden Höhen zu Hause ist. Diese Kombination aus Allem schafft das atmosphärisch-emotionale, aber auch kraftvoll-angenehme Soundbild der Band, das trotzdem jeden einzelnen Song eigenständig und bemerkenswert dastehen lässt. An dieser Stelle sei auch gesagt, dass es kaum Sinn macht, Anspieltipps zu empfehlen. Jeder Song kommt stark und mit großem kompositorischen Geschick – und oft mit etwas Überlänge, welche den Liedern alles andere als schadet. 

Textlich hat es sich die Band zur Aufgabe gemacht, Alltägliches und die Problematik des Lebens in philosophische Worte zu packen und zu bearbeiten. Wer also auch Wert auf Lyric-Highlights legt, die nicht gleich offenlegen, was sie ausdrücken wollen, ist hier vollkommen richtig.  Nicht zuletzt kann diese Band jedem ans Herz gelegt werden, der die Mischung aus tiefgreifenden Melodien und kraftvoll-beruhigtem Sound gut findet. KARMA RASSA sind zwar mit Sicherheit nicht die Band, die diese Gangart neu erfunden haben, dafür habe ich bisher nur wenige Formationen gehört, die all diese Elemente auf so stimmiger Ebene vereinen. Daumen hoch für KARMA RASSA und „Talks to innerself“

 



Bewertung: 4.5 / 5.0
Autor: Lisi Ruetz (26.11.2016)

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