MESARTHIM - .- -... ... . -. -.-. .

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VÖ: 28.08.2016
Bandinfo: MESARTHIM
Genre: Ambient Black Metal
Label: Eigenproduktion
Lineup  |  Trackliste

MESARTHIM, verschwiegene Blackmetal-Astronauten aus Australien, funken mit der Botschaft „.- -... ... . -. -.-. .“ die Erde aus mehr als 200 Lichtjahren Entfernung vom Doppelstern Gamma Arietis (Mesarthim) aus an. Das ist gar nicht mal so weit entfernt, wie es der erste Eindruck vielleicht vermitteln mag. Erklimmt man die zerklüftete Felsnadel 733 am Rande der halbseidenen Kraterebene auf GA1 (eine Gegend, wo ich mich zugegebenermaßen nicht länger als nötig aufhalten würde) so kann, dank der besonderen Umweltgegebenheiten mit viel natürlichem Lametta und Bergkristall, bereits eine handelsübliche Taschenlampe zur Kontaktaufnahme mit unserem Heimatplaneten verwendet werden.  

Für MESARTHIM ist es nicht das erste Mal, dass sie sich verloren in der lichtfressenden Unendlichkeit befinden. Seit sie im Erdenjahr 2015 mit ihrem von Existenzangst und Schwärze angetriebenen Kontinuum aufbrachen, haben sie bereits ein Full-Length-Album und zwei EPs mühsam über Schallwellen übertragen. Der Taschenlampen-Morse-Trick ist nun ein kleiner Schritt in den Dimensionen des Weltalls, aber ein großer für die Musik. Doch was wollen MESARTHIM uns damit eigentlich mitteilen?

Der Albumtitel „.- -... ... . -. -.-. .“ macht es deutlich. Kurz lang lang kurz kurz kurz kurz kurz kurz kurz lang kurz lang kurz lang kurz kurz: „Absence“. Atmosphärischer Black-Metal from outer space – dem Nichts, wo Atmosphären nur sehnsuchtsvoll aus der Ferne betrachtet und neidisch begehrt werden können. MESARTHIM schaffen es tatsächlich, diesen durch hoffnungslose Schreie untermalten Eindruck eiskalter Leere, mit verträumten Melodien und spacigen Synthie-Flächen zu einem Gesamtbild verschmelzen, Emotionen greifbar werden zu lassen und so ein nachhaltig beschäftigendes Hörerlebnis zu schaffen. Das Konzept, die intensivierende Gegenüberstellung der Komplementärkontraste von Hässlichkeit und Schönheit, Trauer und Freude, Krach und Harmonie, funktioniert. Je nach Stimmung kann man den Songs entdeckend nachfolgen und sich unterhalten lassen oder die Musik als Hintergrundrauschen für raumfordernde Gedanken nutzen.

Anspieltipp: der fünfte Track „.....“ ist besonders vielfältig und wird durch beinahe schon anbiedernd popartige Songstrukturen neben Gitarrenwänden und Schwarzmetall ein besonders interessanter Ausflug. Hörenswert sind aber alle sechs Songs gleichermaßen:



Bewertung: 4.0 / 5.0
Autor: Daria Paul (03.11.2016)

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