FAUSTIAN DRIPFEED - Between This And Death

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VÖ: 26.08.2016
Bandinfo: FAUSTIAN DRIPFEED
Genre: Death Metal
Label: Eigenproduktion
Lineup  |  Trackliste

Stavanger – viertgrößte Stadt Norwegens, Anlaufstelle der „Hurtigruten“-Flotte und am berühmten Lysefjord mit seinem überhängenden Preikestolen liegend. Und noch eine Sehenswürdigkeit hat Stavanger: FAUSTIAN DRIPFEET. Gut, wohl besser eine Hörenswürdigkeit. Und hörenswert sind die Norweger auf jeden Fall. Mit ihrer EP „Between This And Death“ knallt das Trio fünf deathlastige Vollgas-Nummern durch die Soundanlage. Dabei vermengen sie knüppelharten Death mit manchmal melodischen, manchmal fast schon rockigen Passagen. Zudem lässt die Brachialröhre des Sängers keine Wünsche offen. Mit dieser Mischung an treibendem Groove, rauem Geknüppel und gezieltem melodischen Einsatz klingt der Sound von FAUSTIAN DRIPFEET frisch und spannend, hebt sich von sonstigem klassischen Death-Geknüppel eindeutig ab. 

„This is re-writing human biology“, die EP startet mit einer etwas gehetzten Stimme und lässt eine Story hinter den Songs vermuten. Musikalisch drückt der erste Track „Genetically Modified Homicide“ schon zu Beginn auf die komplette Death-Tube. Stampfende Rhythmik und die rauen Low-Screams kreieren ein stabiles Soundgebilde, das im späteren Verlauf dann durch wenig aufmüpfige Melodielinien stabilisiert wird. Dabei fügen sich alle Teile stimmig ineinander, ohne sich gegenseitig im Fluss zu blockieren. So wie auch bei „Murder Circus“, in welchem wagemutiger an Genre-Abweichungen herangegangen wird. Da hat ein Solo fast schon Hard Rock-Ambitionen, Rhythmuswechsel und ein gegen Ende hin ruhigerer Teil passen ebenfalls noch in den Track. Nummer drei, „Kalibrer Ditt Moraske Kompass“ bietet zur Abwechslung zwischen dem groovigen Gebolze getragene, für Death-Verhältnisse fast schon verträumt-sphärische Teile, während die raue Aggressivität natürlich keineswegs zu kurz kommt. „Chris Hansen BBQ“ macht dann Schluss mit gemütlich, da zertrümmert der Death-Hammer erst einmal alles mit seiner Macht. Die brachiale Treibjagd geht aber nicht zulasten eines sehr mitreißenden Grooves und eines feinen, melodischen Untertons. Beendet wird die innovative Melodic-Death-Party dann mit „A World of Emptiness“, das zwischen krachendem Death und melodischen Clear-Vocals-Teilen abwechselt. 

Zudem erwähnt werden muss das sehr gelungene Cover-Design, das markant hervorsticht und sich von typischen Stilrichtungen abwendet. FAUSTIAN DRIPFEET zeigen ein Gespür für intelligentes Songwriting und frischen Wind in einem scheinbar überladenen Genre. Bleibt nur noch eines zu wünschen: Dass uns die Herren bald schon mit mehr von ihrem Sound versorgen. Zumindest die EP „Between This And Death“ kann nämlich definitiv schon einiges. 

 



Bewertung: 4.0 / 5.0
Autor: Lisi Ruetz (20.10.2016)

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