HEAVY GLOW - The Filth & the Fury/ Pearls & Swine And Everything Fine

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VÖ: 02.09.2016
Bandinfo: HEAVY GLOW
Genre: Heavy Rock
Label: Kozmik Artifactz
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Lineup  |  Trackliste

HEAVY GLOW aus Austin,Texas, gönnen ihrem 2014er Album „Pearls & Swine and everything fine“ ein Re-Release, packen gleich noch die fünf Songs umfassende und live aufgenommenen 2010er- EP „The Filth & The Fury“ dazu und hoffen, dass diesmal jemand Notiz davon nimmt. Mit den Genrebezeichnungen, die HEAVY GLOW – entweder von ihnen selbst oder echten Kennern der Materie – zugeschrieben werden, kann man ein halbes Booklet füllen. Von Stoner-, Psychedelic- und Blues-Rock bis hin zu Fuzz-Fueled-Heavyrock spannt sich das verwitterte Holzdach auf, unter dem HEAVY GLOW ihre Perlen vor die Säue werfen.

Auf den gemeinsamen Nenner des Heavy-Rock, mit klassischem Blues-Einschlag im Songwriting und einer schummrigen 70’s-Note im Sound, kann man sich dann aber vermutlich auch ohne Barhocker-Fight in einer zwielichtigen Bar einigen. Und in genau so ein verrauchtes Whiskey-Kellerloch, mit all seinen schrägen Vögeln in Cord-Schlaghosen, fühlt man sich über die gesamte Albumlänge versetzt. Besonders beim trägen „Fat Cat“ kann man sich dieser trunkenen Illusion absolut hingeben: die Band macht die Arbeit, die Uhrzeit kann keiner mehr richtig schätzen und im Glas spiegeln sich alle Probleme umgedreht.

Als erfrischender Kontrast hebt sich davon die helle, moderne und beinahe zurückhaltende Stimme des Sängers hervor, wo in der Klischeeschublade doch ein schwitzender Joe-Cocker-Verschnitt vorgesehen gewesen wäre. Das beschwingte „Domino" (Black Flowers) verführt nach all der Schwere schließlich überraschend zu rock’n-rollesquen Tanzbemühungen – zumindest bei den spärlich anwesenden weiblichen Wesen. Von den Herren wird diese Albernheit natürlich nur mit schiefem Grinsen abgetan, während die Fußspitze etwas schneller wippt. HEAVY GLOW wittern sofort ihre Chance und werfen mit „Got My Eye On You“ einen fast schon discotauglichen Funky-Groove ins undankbare Publikum. Auch mit dem rockenden „Nerve Endings“ und „Headhunter“ wird es zum Ende hin noch einmal deutlich lebendiger – bezüglich der Musik, nicht der Gäste!

Mit „Pearls & Swine and everything fine“ bekommt man also tatsächlich all das, was die zahlreichen Genre-Labels versprechen, nur eben nicht als fortlaufendes Style-Gemisch, sondern als abwechslungsreiche Wundertüte. Lediglich in einen einzigen Track reinzuhören wäre daher die reinste Verschwendung. Man switche also durch und staune, oder falle müde mitsamt Barhocker um.



Bewertung: 3.0 / 5.0
Autor: Daria Paul (13.09.2016)

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