CLOUDSCAPE - Voice of Reason

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VÖ: 08.01.2016
Bandinfo: Cloudscape
Genre: Progressive Metal
Label: Sound Pollution
Lineup  |  Trackliste

Fast vier Jahre ist es her, dass CLOUDSCAPE mit „New Era“ (zu Kollege Dragonslayers Bericht geht's hier) ein Zeichen für nicht ganz so neue, aber dafür solide Wege setzten. Jetzt kehrt bei den Schweden die Stimme der Vernunft ein. So zumindest ist deren neues Album „Voice of Reason“ betitelt. Das Quintett um Reibeisen-Sänger Mike Andersson bleibt erneut bei seinem progressiven, kraftvollen Metal, der den Sound von CLOUDSCAPE prägt. Dabei treten sie aber nicht auf der Stelle, sondern setzen – wie beim Vorgänger-Album „New Era“ – noch weitere Elemente drauf: Fast schon auf Chorstärke aufgepumpte Vocalparts, ruhige instrumentale Passagen, dazu der typisch geerdete, kraftvolle Sound und eingängige Riffs. Das alles wird gekrönt von einer rauen Power-Stimme, die auch sanfte Töne anschlagen kann, wenn sie will.

Fast ausschließlich marschieren die Songs geradlinig und kraftvoll voran, bestechen mit der typischen Eingängigkeit durch tragende Melodien und teils ausgeprägte, instrumentale Solo-Parts. CLOUDSCAPE weigern sich allerdings auch vehement, sich in einen gewissen Einheitsbrei einreihen zu lassen. Immer wieder werden die geraden Power-Linien von Wechseln in Rhythmik, Stimmlage oder Melodieführung abgelöst. Hier mag die Eigensinnigkeit der Band für manche zur Schwäche werden, denn was für den einen Zuhörer interessant und abwechslungsreich klingt, mag für den anderen störend wirken oder zumindest ein Stirnrunzeln verursachen. Überlängen-Songs wie Titel-Track „Voice of Reason“ verzeiht man den Schweden sofort, schöpfen CLOUDSCAPE dabei immerhin ihre ganze Bandbreite aus. Teilweise falten sie allerdings über den kräftigen, ohnehin schon vollen Sound noch zusätzlich chorale Elemente. Es entsteht eine dichte Soundwolke, die phasenweise ziemlich überlastet klingt. Diese wenigen übertriebenen Bombast-Elemente stören das durchaus gelungene Gesamtwerk aber kaum. 

Konkret hat man bei den acht Songs häufig auf das selbe Rezept gebaut: Intros sind meist von Keyboards gestützt und die Songs wechseln zwischen stampfender Härte mit kratzig wirkenden Vocals und melodiösen und eingängigen Refrains. Ausreißer sind „Voice of Reason“, dessen Länge sich nicht nur auf knapp zwölf Minuten beläuft, sondern auch die Progressivität der Band ordentlich hervorhebt. Und dann wäre da noch der letzte Song „In Silence We Scream“, in dem Sänger Mike Andersson seine Reibeisen-Stimmbänder ein wenig durchputzt und sich in einem langgezogenen balladesquen Intro mit klaren Vocals auslebt, ehe der nicht ganz so stumme Schrei nach kalkulierter Steigerung und neun Minuten endet.

Ein durchwegs hörbares und gelungenes Album, das sich mit vollem Selbstbewusstsein Ecken und Kanten erlaubt.

 



Bewertung: 3.5 / 5.0
Autor: Lisi Ruetz (28.08.2016)

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