HAMMERCULT - Legends Never Die

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VÖ: 17.06.2016
Bandinfo: Hammercult
Genre: Thrash Metal
Label: SPV / Steamhammer
Lineup  |  Trackliste

Das Cover eine Orgie - wohlgeformte Weibsbilder tragen nichts als ihre Haut, dazwischen ein paar Flecken Blut, ein dezenter Hauch von intensivem Körperkontakt. Das Bärenfell aus Menschenhaut…aus Männerhaut. Und über allem herrscht der Hammer. Es kann nicht schlecht aussehen, was Andreas Marshall aus seinem Zeichenstiften lutscht, hat dieser doch auch schon für Kreator oder Sodom mit Farben um sich geworfen. Dann möge man mal das Cover beiseite schieben und sich um die Innereien der EP kümmern. 

„Legends never die“ bringt genau das, was der Titel schon sagt. HAMMERCULT haben sich ein paar Klassiker und persönliche musikalische Wertstücke ausgesucht, denen sie Tribut zollen wollen. Aus diesen bastelten sie dann Cover-Versionen, die sie allesamt an der Thrash-Front aufstellen. Die angekündigten heavymetallischen Ansätze mag suchen, wer will, doch es ist einerlei. Was die Thrasher aus Israel können, ist Tempo. So wählen sie Titel von MÖTÖRHEAD, ACCEPT, SLAYER oder RUNNING WILD und verformen und verdrehen sie soundtechnisch zu ihrem Gefallen. Zusätzlich wurden noch ein paar eigene Songs auf die Scheibe geworfen und schon haben sich die Legenden vereint. Die, die es sind, schon waren und noch werden wollen (Man möge mir den fast schon biblischen Ansatz verzeihen). 

Klingt zwar eigentlich ziemlich banal, der Ansatz von HAMMERCULT, aber die Versionen, die da auf die Scheibe gebolzt werden, können sich durchaus hören lassen und dadurch auch absolut gefeiert werden. Die vernichtenden Screams des Vocalisten geben den Songs mehr Pfeffer und kreischen einem alles um die Ohren, während das restliche Instrumentarium darauf achtet, zwar HAMMERCULT auf die Versionen zu stempeln, aber den Charakter der Cover zu erhalten. „Fast as a shark“ oder „Ace of Spades“ krachen ordentlich, es wird noch mehr Tempo aufgenommen als bei den Originalen. Dazu ist „Ace of Spades“ ohnehin schon so „legend“, dass man gar nicht genug daran schrauben könnte, um es unkenntlich zu machen – wovon die Mannen von HAMMERCULT allerdings durchaus absehen. Den Bolzfaktor heben HAMMERCULT auch bei „Evil has no boundaries“ der Genre-Kollegen SLAYER. Eine sehr spaßige Version, die ganz ordentlich Druck und Vollgas mitbringt. „Rise of the Hammer“ hat schon fast Hymnenstatus und ist neben dem Slayer-Cover sicherlich eines der Highlights der Scheibe. 

Gekonnt und versiert haben HAMMERCULT alle Tracks in eine homogene Richtung gebracht und dazu noch eigene Songs dazugepackt. Alles in allem wird Geschwindigkeit und gutes Geriffe großgeschrieben, so wie auch die Screams fleißig abwandeln. Geradlinig und mit ordentlichem Druck nur in eine Richtung und zwar geradeaus mit dem Kopf durch die Wand, das können HAMMERCULT am besten. Abgesehen von ordentlichen Gitarrensoli halten die Israelis nicht viel von Schnörkel, und das ist gut so. Solide Platte und schönes Thrash-Vergnügen! 

PS: Kleines, aber nicht unwichtiges Detail am Rande: Die EP-CD kommt als Digi und in einer auf 2000 Stück limitierten Version, die LP + CD-Version ist limitiert auf 1000 Stück. 

 



Bewertung: 3.5 / 5.0
Autor: Lisi Ruetz (17.06.2016)

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