Sunstorm - Edge of Tomorrow

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VÖ: 13.05.2016
Bandinfo: SUNSTORM
Genre: Melodic Rock
Label: Frontiers Records
Lineup  |  Trackliste

Wenn ich jetzt beginnen würde über den Werdegang und die Laufbahn Joe Lynn Turners zu referieren, würden wir hier noch eine Weile sitzen. Kurz gesagt: Gesanglich hat er schon einige Größen hinter sich. RAINBOW, DEEP PURPLE, YNGWIE MALMSTEEN, er versorgte sie alle mit seiner rockigen, kraftvollen Stimme. Nun ist er schon für das vierte Album „Edge of Tomorrow“ auf Solopfaden. 

Und eines sei gesagt: SUNSTORM sind dem Zeitgeist ihrer Vorgänger-Alben entstiegen, folgen einer härteren, rockigeren Linie. Die maßgeblichen Synths wurden großteils in die Fluten der 80er Jahre geworfen, um E-Gitarre und einem intensiveren Drum-Rhythmus Platz zu machen. Die Grundessenz bleibt bestehen, die Songs haben aber mehr Drive, mehr Kraft. Und der Herr Turner kann mit seiner Rock-Röhre wieder einmal richtig glänzen. 

Nachdem das nach der Band benannte Album von RATED X (ach ja, da hatte JL Turner seine Stimmbänder ebenfalls im Spiel) raus war, war der Weg zurück zu rockigeren und gitarrenlastigeren Gefilden wohl geebnet. Das Songwriting von Alessandro Del Vecchio (HARDLINE, EDGE OF FOREVER) und Simone Mularoni passte ihm also genau ins Konzept und so war die neue Richtung eingeschlagen.
 
Auf die Ohren gibt es nun Hard Rock mit melodiösem Einschlag, der vermehrt mit hookigen Gitarrenlinien und eingängigen Riffs kommt. Das Keyboard untermalt und stützt den Sound eher, hat nur noch selten die Intro-Vormachtstellung, wie es bei den Vorgängern fast schon zelebriert wurde. Das Songwriting ist durchwegs stark und durchdacht, selten kommen etwas belanglosere oder ähnlich klingende Melodielinien zu tragen. 

Im Detail startet das Album mit „Don´t Walk Away From A Goodbye“, das schwungvoll Ton und Rhythmus angibt und schon mal die gute Laune anheizt. Mit „Edge Of Tomorrow“ geht es dann in eine Midtempo-Nummer, die schon vorab mittels eines Videos gut beworben wurde. Die Stimme im Vordergrund und dezente Umspielung von allen Seiten, steigert sich die Nummer bis zu einem rockig-melancholischen Höhepunkt. Im Midtempo geht es bei „Nothing Lleft To Say“ weiter, dieses Mal aber weitaus unspektakulärer, auch wenn das Gitarrenintro im Song gute Akzente setzt. „Heart Of The Storm“ zieht dann mit hartem Riffing ab und lässt beinahe – wie auch phasenweise auf dem Rest des Albums – Vergleiche in Richtung Jorn Lande zu, vor allem was die verwendeten Melodielinien betrifft. Jedenfalls ein Song, der wieder Laune macht und die härtere Schiene anspielt. Und da war es wieder, das Keyboard im Intro. Mit „The Sound Of Goodbye“ machen SUNSTORM wieder einen Schritt in Richtung Vorgängerwerke und bieten einen ohrwurmlastigen Song mit ebensolchem Chorus. Mit „Darkness Of The Dawn“ sind wir wieder bei den hymnenhaften, filmmusikähnlichen Halbballaden, für die SUNSTORM von ihrer früheren Schiene, die sie doch noch nicht so recht zu verlassen gedenken, bekannt sind. Tempo aufgenommen wird wieder mit „You Hold Me Down“. Schwungvolles, schmissiges, kraftvolles Riffing und ein ordentlicher Groove. Die obligaten „Angel Eyes“ fehlen auch auf diesem Album nicht und arten in einer Ballade aus, die sich aber gut hören lässt. Lediglich der Text trieft – ebenfalls obligat – nur so vor Kitsch. Es bleibt aber nicht viel Zeit für Balladen, denn mit „Everything You´ve Got“ düsen sie wieder in bester Melodic Rock-Manier in den nächsten Ohrwurm mit klassischem Gitarrensolo und großen Hooks. Mitsing-Laune aktiviert. Gemütlicher in der Tempo-Mitte geht es mit „Tangled In Blue“ in Richtung Albumende, das dann mit „Burning Fire“ noch einmal alles in den musikalischen Ring wirft, was zur Verfügung steht. Eine melodiöse Rock-Hymne, die sehr gut funktioniert und viel Stimmung macht. 

Im Endeffekt haben SUNSTORM hier wieder einmal ein starkes Album vorgelegt. Rockiger zwar, doch die Melodie steht nach wie vor im Vordergrund. Joe Lynn Turner kann mit seiner Rockröhre absolut punkten und minimale Schwächen einzelner Songs problemlos übertünchen. Ein Album, das sich von Anfang bis Ende sogar noch steigert und solide rockt. SUNSTORM verändern ihre Richtung ein wenig, verlassen ihren eingeschlagenen Weg aber nicht wirklich. Hier wird eindeutig gehalten, was man sich von einer so mächtigen Stimme wie Joe Lynn Turner und SUNSTORM erwartet. 



 



Bewertung: 4.0 / 5.0
Autor: Lisi Ruetz (17.05.2016)

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