Eclipse - Clandestine Resurrection

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VÖ: 07.01.2016
Bandinfo: Eclipse
Genre: Melodic Rock
Label: Eigenproduktion
Lineup  |  Trackliste

Länder, aus denen man keinen Metal erwartet, die (hier random Nummer einfügen). Heute: Indien. ECLIPSE tun sich aus dem Land des Bollywood heavymetallisch hervor und klingen beim Abspielen des ersten Songs - in etwas abgespeckter Form - verwirrend power-finnisch. Doch das Quintett bleibt beim Debut-Album „Clandestine Ressurection“ nicht bei keyboardlastigem Melodic Metal. Andere Einflüsse, wie z.B. klassischer und melodischer Rock, überlagern das Ganze und das macht den Sound der Inder aus. Doch dazu später.

ECLIPSE blicken seit 2004 auf eine gemeinsame Bandgeschichte zurück, inklusive einer längeren Beziehungspause zwischendurch. Nach einer EP und einer Single tut sich jetzt deren erstes Album „Clandestine Ressurection“ hervor. Auf dem Longplayer finden sich inklusive des Intros zehn Songs, die zwischen melodischem Metal und klassischem Rock schwanken. Zwar fährt die Truppe insgesamt eine klare Linie in ihrem Sound, doch gleichzeitig fischen sie innerhalb einer breiten Genre-Variation. Und das machen sie mit fast schon verwirrender Vorliebe, denn den Sound eindeutig in eine Schublade zu stecken, gelingt nur recht schwer.

Bei „Clandestine Ressurection“ erwartet den Hörer eine saubere Stimme, die in der Höhe allerdings ein wenig gepresst klingt. Scheinbar weiß man das bei ECLIPSE auch, denn die gesanglichen Spitzen bleiben im Rahmen. Dafür kann der Sänger bei getragenen Parts eindeutig punkten. Zudem kommen die Vocals in überraschend klarem und gut verständlichen Englisch rüber, was nicht einmal Native-Speaker immer so einwandfrei hinbekommen. Der instrumentale Aufbau zeigt keine großen Neuerungen im Genre. Das Keyboard hat meist die melodische Vormachtstellung, der Rest funktioniert in guter Einheit miteinander. Witzig eigentlich, dass man in bestimmten Genreschubladen – in die man ECPLIPSE nach den ersten Klängen nun auch gerne stecken würde – sofort an virtuose Instrumentalteile denkt, an Bombast und Double Bass. Noch witziger, dass die Inder ohne all das auskommen. Und erst recht witzig, dass man solche Sätze schreibt, den nächsten Song genauer anhört und doch wieder Elemente des gerade Nicht-Vorhandenen im Ansatz wiederfindet. Sei es, wie es sei. Der Sound von ECLIPSE folgt einer klaren, eindeutig rockigeren denn metallischen Linie, ist dennoch abwechslungsreich und wirkt elementar und schnörkellos, ohne dabei einfach oder langweilig zu klingen. Jeder Song steht fest und sicher für sich selbst und bedient das Prädikat Eingängigkeit im großen Stil. Kraftvoll und oft im Midtempo-Bereich angesiedelt – durchbrochen vom einen oder anderen baladesquen Track -  kann „Clandestine Ressurection“ durchaus als gemütlich bezeichnet werden. 

Von melodischen härteren und schwungvollen Stücken wie „Rise of the Dead“ über getragene Rock-Hymnen wie „Stale Memories“ bis hin zu Classic Rock-angehauchten Tracks („Serenity“) und der obligaten, aber schön arrangierten Ballade „Yesterday and Tomorrow“ funktioniert bei ECLIPSE jeder Song eigenständig und stark und ist trotzdem easy listening. Ein von Anfang bis Ende solides und starkes Album, das ein angenehm rockiges Hör-Erlebnis verspricht.

 



Bewertung: 3.5 / 5.0
Autor: Lisi Ruetz (13.05.2016)

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