ETERNITY'S END - The Fire Within

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VÖ: 25.03.2016
Bandinfo: ETERNITY'S END
Genre: Power Metal
Label: Power Prog
Lineup  |  Trackliste

Dass es kaum möglich ist, bei der ganzen Schwemme an Power Metal Bands noch innovativ zu sein, muss nicht mehr lange erklärt werden. Auch ETERNITY´S END haben sich keine leichte Sparte ausgesucht, in welcher sie mit ihrem Erstlingswerk „The Fire Within“ für Furore sorgen wollen. Und eines sei schon vorab gesagt. Sie erfinden das Rad nicht neu. Aber das, was sie tun, findet auf hohem Niveau statt. 

Christian Muenzner, seines Zeichens musikalischer Vielseitigkeitskämpfer und Gitarrist, unter anderem bei ALKALOID, OBSCURA und NECROPHAGIST (bei welchen man bekanntlich ja nicht wirklich im Power Metal-Bereich badet) will seine musikalische Spielwiese erweitern und wieder zurück zu seinen persönlichen Wurzeln. Im Kopf alle möglichen Ideen in die melodische Power Metal-Richtung, trommelt er ein paar Kollegen zusammen, um seine Solo-Ideen zu verwirklichen. So weit, so schon dagewesen. Nach zwei Jahren des Songwritings und des Suchens nach den passenden Mitstreitern vervollständigt er nach Linus Klausenitzer (Bass), Hannes Grossmann (drums) und Jimmy Pitts (Keyboard) mit Ian Parry am Mikro seine Band-Aufstellung. Ian Parry war stimmlich schon bei AYREON zu hören und kann vor allem eines gut: Vollgas. Seine klassische Power-Stimme passt perfekt ins Konzept. So kann also der Spaß mit ETERNITY´S END beginnen. 

Eines gleich vorweg: Das Strickmuster klingt wie typischer Power Metal mit melodischen Einschlägen. Schnelles Riffing im Intro und in den Soli, regelrechte Kriegsführung zwischen Keyboard und Gitarre, Doublebass-Gewitter und eine mächtige, angeraute Stimme, die von Dämonen, zwielichtigen Kriegern und dunklen Türmen singt. Und jetzt werfen wir alle negativ behafteten Klischees und Soundbilder, die unweigerlich aufsteigen, über Bord und widmen uns dem, was ETERNITY´S END noch so alles kann. Und das ist eine ganze Menge. Zuallererst gut unterhalten. Die schnelle Spielart und der kraftvolle Gesang, der kompromisslos Druck macht, machen den Sound aggressiver, rauer und direkter, als man es von manch anderen glattgebügelten Bands gewöhnt ist. Zudem findet man auch keine balladenhaften Stücke auf der Scheibe. Tempo rausgenommen wird höchstens in dem ein oder anderen Refrain oder einer bridge, nur um dann gefühlt noch mehr Fahrt aufzunehmen. Natürlich darf auch – wie bei „The Hourglass“ - der obligate Keyboard-Soundteppich nicht fehlen, doch obwohl auch melodisches Gebashe groß geschrieben wird, überladen die Melodien den Sound im Allgemeinen nicht so sehr wie bei manch anderen Genre-Kollegen. Auch chorale Einwürfe wie bei „Demonblade“ sind gut gesetzt und durch das Stakkato und die Synkopierung nehmen diese nichts am Fluss des Sounds. Der Ausbau der Soli zur instrumentalen Überlänge in den meisten Songs wirkt zwar einerseits frisch und voller Spielfreude, klingt manchmal trotz aller Virtuosität aber auch schon einmal dagewesen. Wie gesagt: Schwer, in diesem Genre etwas neu zu erfinden. 

Ausreißer auf dieser Scheibe ist mit Sicherheit „White Lies“. Hierbei ist man vollständig vom Doublebass-Tempo weggegangen und wagt sich fast schon auf eine rockige, weitaus melodiösere Spielart, der die Aggressivität und das Tempo fehlt, dafür eine gute Portion Eingängigkeit und Sangbarkeit zugefügt wird. Was die Eingängigkeit der Songs angeht, ist nicht jeder dafür geschaffen, nach dem ersten Durchlauf ins Ohr zu gehen. Einige Melodielinien sind etwas gefinkelt gestrickt oder folgen einfach nicht dem Muster, das einem vielleicht vorschweben würde. Gut eigentlich, denn so schafft es ETERNITY´S END doch ganz gut, zu überraschen und interessante Momente zu schaffen. Den ein oder anderen Song sollte man also durchaus einen zweiten Durchlauf erlauben. Schlussendlich kann sich das Album aber ohnehin gut hören lassen und gefällt mit jedem Hördurchgang ein wenig mehr. 

ETERNITY´S END hat mit ihrem Erstling einen soliden Auftritt hingelegt. Auch wenn die Scheibe im Abgang minimal schwächelt, da einige Ähnlichkeiten in den Kompositionen auftauchen, kann sich jeder Fan im melodischen Power-Bereich auf ein tolles Hörerlebnis freuen, das zwar den Stein nicht in Gold verwandelt, aber auf hohem Niveau, Virtuosität und kraftvoller Spielfreude unterhält. Gut gemacht, die Herren!



Bewertung: 3.0 / 5.0
Autor: Lisi Ruetz (03.04.2016)

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