BONFIRE - Pearls

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VÖ: 18.03.2016
Bandinfo: BONFIRE
Genre: Hard Rock
Label: Silver Lining Music
Lineup  |  Trackliste

Eigentlich wollte ich dieses Album für ein Review nicht übernehmen, denn BONFIRE waren eine meiner Lieblingsbands in den glorreichen Achtzigern. Als ich damals das erste Mal das Album „Fireworks“ mit Krachern wie „Sweet Obsession“ und „Ready 4 Reaction“ hörte, hatte diese Band bei mir einen Volltreffer gelandet. Jetzt, fast 30 Jahre danach, existieren BONFIRE noch immer, jedoch in einem ganz anderen Gewand. Viel hat sich in der Zwischenzeit getan, vom Ausstieg von Sänger Claus Lessmann und dem Einstieg von David Reece (ex-ACCEPT) bis hin zur Veröffentlichung des neuen Albums „Glörious“ und einer fast kompletten Neubesetzung der Band. Als ich dann die Tracklist des neuen Albums „Pearls“ gelesen habe, gab es für mich nur zwei Optionen: „Kult oder Trash“?

Das Doppelalbum beinhaltet auf der ersten CD Songs aus der gesamten Wirkungsperiode von BONFIRE und auf der zweiten CD Balladen der Band. Was solls... Player auf Start und durch! Nach den ersten Tönen und dem Beginn des Gesangs geht mein Finger automatisch auf der Fernbedienung zu Volume und nicht runter sondern rauf. Es kommt irgendwie so ein „WOW“-Effekt, als ich den ersten Track „Strike Back“ höre. Yes, that is metal! Weiter geht’s gleich im selben Stil mit „Under Blue Skies“, „Sweet Obsession“ und „American Nights“. Der ewige Hit „Sweet Home Alabama“ wird hier im ganz neuen Gewand präsentiert, wobei ich bei den ersten Takten nicht wusste, um welchen Song es sich handelt. In dieser Gangart geht es weiter. Natürlich hatte die Stimme von Claus, Englisch mit einem bayrischen Einschlag, ihren gewissen Charme, aber was da David Reece hinzaubert, ist phänomenal. Alle Songs wirken pfiffiger, moderner (ok, sie haben auch schon einige Jahre auf dem Buckel) und metallischer. Ein paar Kracher wie „SDI“ oder „Ready 4 Reaction“ fehlen, aber das tut dem Ganzen keinen Abbruch.

Die zweite CD eingelegt, und was höre ich da? Monsterballaden wie „You Make Me Feel“, „Give It A Try“ oder „Who’s Fooling Who“? Mit den neuen Arrangements und der Mitwirkung des "Italian Symphony Ensembles" gehen diese noch mehr ins Ohr und verbreiten einen Flair, der zu mehr einlädt. Eine gute Flasche Rotwein aufmachen, den Kamin einheizen (wenn man ihn hat) und nur genießen. Das ist genau das Ding, welches ich auch mal bei Live-Auftritten sehen möchte. Mein Fazit ist, dass BONFIRE mit dem Ausstieg von Claus nicht gestorben, sondern mit dem Einstieg von David Reece gewachsen ist und sich modernisiert und metallisiert hat. Wir werden mit Sicherheit in der Zukunft noch viel von BONFIRE hören, denn mit „Pearls“ ist ihnen ein großartiges, neu eingespieltes Album gelungen.

„See You On Tour And Rock On“.

Was Mastermind Hans Ziller dazu zu sagen hat könnt ihr hier im Interview nachlesen!

Hier noch ein Video als kleiner Vorgeschmack:



Bewertung: 4.5 / 5.0
Autor: Walter Thanner (17.03.2016)

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