BLOODBOUND - One Night Of Blood

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VÖ: 12.02.2016
Bandinfo: BLOODBOUND
Genre: Melodic Metal
Label: AFM Records
Lineup  |  Trackliste

Bei den Stichworten "Bloodbound" und "Schweden" geht dem gemeinen Metalhead zunächst der Begriff HAMMERFALL durchs Gehirn. Vor einigen Jahren noch waren BLOODBOUND als Band (auch wenn sie sehr stark an die eben genannten erinnern) trotz fleißiger Arbeit nur einer kleinen Schar Metalheads bekannt. Noch weniger Leute wissen, dass diese Kombo in zehn Jahren bereits ganze sechs abendfüllende Full-Length Werke veröffentlichet hat. Erst die zur Zeit stattfindende Tour mit ALESTORM und SABATON wird wohl den lange ersehnten Bekanntheitsschub in hiesigen Gefliden bringen. Was aber ganz wenige wissen: In der Tschechichen Republik ziehen die Jungs eine richtig große Crowd. Und so ist es nur folgerichtig, dem im Jahre 2015 mitgeschnittene Konzert auf dem Masters Of Rock mit einem Release zu huldigen.
 
BLOODBOUND agieren genau in der Schnittmenge aus HAMMERFALL, SABATON und (alten) EDGUY. Damit ist alles gesagt, was der Interessent wissen muss. Qualitativ und hooklinetechnisch kann man den obigen Vorbildern allerdings nicht nur das Wasser reichen, sondern sie teilweise sogar übertreffen. "One Night Of Blood" bietet setlisttechnisch einige echte Leckerbissen wie das epische "Moria", das stampfende "Book Of The Dead" und das grandiose "Nosferatu" vom gleichnamigen Debüt, mit dem noch heute jedes Konzert würdig abgeschlossen wird. Auch jüngere Stücke wie "Nightmares From The Grave" zeigen die Absicht der Band, einfachen Melodic Metal powervoll und spannend umzusetzen, in einer ziemlich gelungenen Darbietung. Mit "Metal Monster", "Metalheads Unite" und "In The Name Of Metal" in der Setlist liefert man allerdings mindestens zwei Stücke mit dem Wort "Metal" im Titel zu viel. Leider wirken nämlich genau die Stücke, welche allzu simpel und auf Stimmung getrimmt sind, bei BLOODBOUND oft verkrampft. Dennoch liefert die Songauswahl einen gelungenen Querschnitt durch die Diskographie, auch wenn man das überraschend progressive Album "Tabula Rasa" ganz außen vor lässt.

Die technische Umsetzung lässt sich relativ schnell mit dem Schlagwort "glatt" beschreiben. Auch wenn Live-Keyboarder und mehrstimmiger Gesang durchaus präsent sind, gibt es viele Overdubs und Konservensounds obendrauf, was die Konzertatmosphäre ein wenig trübt. Die Drums wurden einen Tick zu weit nach vorne getriggert, worunter vor allem die Gitarren leiden. Dem Publikum hat man aber genug Raum gelassen, und so kommt gerade im letzten Viertel noch einmal Stimmung auf.

Fazit: "One Night Of Blood" ist im Zuge der momentan laufenden Tour eine logische Veröffentlichung, welche einen guten Querschnitt durch die bisherige Diskografie der Schweden liefert, auch wenn die Produktion etwas zu kantenlos geraten ist. Für alle Fans des Genres, welche noch nichts mit dem Namen BLOODBOUND anfangen können aber definitiv ancheckenswert.



Bewertung: 3.5 / 5.0
Autor: Christian Wilsberg (18.02.2016)

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