DUEL - Fears Of The Dead

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VÖ: 12.02.2016
Bandinfo: DUEL
Genre: Stoner Metal
Label: Cargo Records
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Lineup  |  Trackliste

Aber wohl nur ganz listigen Musikliebhabern ist die Musikszene von Austin, Texas, auch nur annähernd ein Begriff. Für Mitteleuropäer, so ungefähr unsere Zielgruppe hier bei Stormbringer Inc. (brought to you by Stormbringer Worldwide), hört sich das audiophile Verständnis der Staaten bei Memphis, Nashville, San Francisco und NYC, R'n'B, Bay Area und Florida auf.

Aber Austin? Texas heißt für viele von uns Dallas (für jüngere die Cowboys, für ältere die Fernsehserie) und dann wird es auch schon eng. Dass aber in Austin schon seit vieler Zeit deftiger Rock/Metal entsteht weiß man wohl erst, seit die FOO FIGHTERS im Rahmen ihrer Aufnahmen zum „Sonic Highways“-Album zwei ihrer Songs in der Stadt aufgenommen haben und dabei die Musikszene der Stadt und ihre Entstehung an den geneigten Zuseher brachten, exemplarisch sei hier der mächtige ROKY ERICKSON genannt.

DUEL, eben auch aus Austin, zelebrieren auf ihrem neuesten Opus, „Fears Of The Dead“ eine recht groovige Variante des Wüstenmetals, der des Öfteren bei KYUSS (natürlich) alten Doomgranden und den C.O.C. der „Wiseblood“-Phase (vor allem gesanglich und von der Atmosphäre) anstreift. Sich selbst bezeichnen die Herren als Psychedelic-Stoner-Doom-Metal und liegt damit natürlich nicht ganz falsch. Was hierbei aber dazukommt ist, dass DUEL keineswegs so staubig klingen wie sich das liest. Klar, der Sound ist auf das Wesentlichste reduziert, es werden keine Einhörner erledigt und die Prager Stubenmusi bringt das Gesamtbild auch nicht auf 120 Spuren. Aber das braucht man hier auch nicht. Staubtrocken und massiv kommen die Songs daher.

Dem Sound kann man, und das ist wohl der Unterschied zu den vielen Proto-Metal-Afficionados der letzten Monate, eine massive spielerische Lässigkeit nicht absprechen.Ein Groove/Swing, der das Album weg von der düsteren 70er-Persönlichkeitskrise hin zu einem autofahrtauglichen Produkt macht. DUEL gelingt hier ein schöner Spagat zwischen dem Altertum und der Neuzeit. Man erwartet immer wieder ROKY ERICKSON, wie er sich über die Arbeitszustände im Kreml mokiert, sieht sich wenig später in bluesähnlichen Soloabfahrten, nur um durch die Heftigkeit der Produktion (wie gesagt, cut right to the bone, aber heavy wie nur was) wieder in der Jetztzeit zu landen. „Fears Of The Dead“ ist Musik, wie es sie wohl nur im Süden der Staaten so authentisch geben kann. Ein Statement der Eigenständigkeit und ein musikalischer Imperativ, der die harmonische Zusammenführung von vielem zu genau einem ohne Probleme schafft.

Das erste wertige Wüstenalbum seit langer Zeit!



Bewertung: 3.5 / 5.0
Autor: Christian Wiederwald (01.02.2016)

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