Nomans Land - Last Crusade

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VÖ: 24.04.2015
Bandinfo: NOMANS LAND
Genre: Viking Metal
Label: Massacre Records
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Lineup  |  Trackliste

Kaum zu glauben, dass Alben wie "Hammerfrost" oder "Raven Flight" schon wieder zehn bzw. neun Jahre auf dem Wikingerbuckel haben sollen. Noch vor dem großen Pagan- und Viking-Metal-Hype haben die Russen NOMANS LAND zwei hervorragend durchkomponierte, konkurrenzfähige Alben geschaffen, wobei sie danach zunehmend untertauchten und sich nach dem 2009-Schlachtwerk "Farnord" eigentlich gänzlich verhüllten. Sechs Jahre später, zum Ende des vergangenen Aprils, erschien das Quartett mit "Last Crusade" wie aus dem Nichts.

Wobei die Zeitangabe eher vage ist, da die Band für längere Zeit wohl ohne Label auskommen musste und das Album sowie Artwork bereits 2013 fertiggestellt und anschließend kostenlos zum Download angeboten hat. Durch den bei Massacre Records unterzeichneten Kontrakt erblickt "Last Crusade" nun also auch in physikalischer das Licht der Welt und hat direkt eine größere Neuerung im Klang parat: Kannte man NOMANS LAND bisher mit atmosphärischer Keyboard-Untermalung, baut die mittlerweile nur noch zu viert in die Schlacht ziehende Truppe seit dem Abgang von Igor Pelekhaty auf die Melodiösität zweier Klampfen.

Das verleiht den beiden voranschreitenden Songs "Right To Luck" und "Sons Of The Nord" eine dezente Power-Metal-Note, die durch die heroischen Männerchöre bestärkt wird. Den Black-Metal-Einschlag der früheren Werke sucht man nicht nur hier vergebens, sondern gleichsam über die komplette Spielzeit. Wird man im Titeltrack zeitweise noch fündig, fällt ansonsten hauptsächlich der starke AMON AMARTH-Einfluss in der Saitenarbeit auf, den NOMANS LAND beispielsweise in "Strain At The Oars", "Dragons" oder den erstgenannten Openern zwar ordentlich (wenn auch oftmals gleichförmig) umsetzen, zwangsläufig damit aber das Risiko zur Beliebigkeit eingehen.

Diesen Eindruck wird man beim nunmehr fünften Album "Last Crusade" leider nur sporadisch (wie im der russischen Folklore entstammenden "Bereza") los, weswegen die Rückkehr von NOMANS LAND eher eine triviale denn eine wirklich überzeugende Angelegenheit bleibt. Handwerklich gehörten die Russen bisher immer zum oberen Drittel der Szene und das bleibt auch so. Dafür mangelt es ihnen mittlerweile an einer eigenen Identität im Songwriting. Knapp über dem Durchschnitt bewegen sie sich damit zwar auch weiterhin, aber eigentlich haben sie das überhaupt nicht nötig.



Bewertung: 3.0 / 5.0
Autor: Pascal Staub (31.05.2015)

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