Coal Chamber - Rivals

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VÖ: 22.05.2015
Bandinfo: Coal Chamber
Genre: Nu Metal
Label: Napalm Records
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Lineup  |  Trackliste

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Im völlig leblosen Nu-Metal-Genre wird in Kürze eines der wenigen noch brauchbaren Exemplare reanimiert. Experten gehen davon aus, dass es sich dabei um den Interpreten COAL CHAMBER handelt, der für gut 13 Jahre leblos in der Versenkung verblieb und mit "Rivals" nun die Stille brechen will. Ursachen für die plötzliche Wiedergeburt sind bis dato keine bekannt, Nachforschungen werden aber bereits angestellt.

Update: Immer diese Lügenpresse...
Eigentlich sammeln die Bandgründer Dez Fafara (DEVILDRIVER) und Miguel Rascón bereits seit 2011 neues Material, wollten die Sache aber laut damaligen Aussagen sachte angehen. Mission geglückt. Im Sommer letzten Jahres hat man dann den Kontrakt bei Napalm Records für unterzeichnet erklärt und bestätigt, das bis dahin unbetitelte Album erscheine 2015.

Kommenden Mai ist's dann also soweit: "Rivals" schickt sich an, um dem Nu Metal nochmal Leben einzuhauchen. Das gelang zuletzt eigentlich nur noch ILL NIÑO, die die ausbleibende Todeserklärung quasi im Alleingang abwehrten. Nur, was hat COAL CHAMBER eigentlich dabei geritten? Und hat sich das Trennungstheater bei Dez' Zweitband DEVILDRIVER dafür wirklich gelohnt? Fragen über Fragen.

Die erste Single-Auskopplung haben die drei Herren und die Dame mit "I.O.U. Nothing" jedenfalls geschickt gewählt, denn die sorgt mit Mr. Fafaras typisch psychopathischer Gesangsinterpretation, bratenden Klampfen und wuchtigem Groove für mitwippende Füße und kreisende Köpfe. An dieser walzenden Dynamik knüpfen z.B. auch "Bad Blood Between Us" und "Another Nail In The Coffin" an, die wie auch die meisten Songtitel mal wieder die Frage aufwirft, woher Frontröhre Dez und seine Mitstreiter nur all diese Wut hernehmen. Gerade die fehlte bzw. fehlt vielen der früheren Aushängeschilder dieser Stilrichtung, weswegen nicht wenige durch musikalische Kurskorrekturen zum Gespött der eigenen Fanbase und den Metalmedien wurden. Über solche Probleme können COAL CHAMBER nur lachen, denn melodischer wird's auf "Rivals" ansatzweise im "Light In The Shadows"-Chorus, weichgespült aber zu keiner Zeit.

Das kann man jetzt als Fluch und Segen zugleich betrachten, denn so schön "Suffer In Silence", "The Bridges You Burn" oder auch "Wait" für volle Moshpits sorgen werden, so altbacken und abwechslungsarm ist dieses Comeback-Album im Angesicht der eigenen Diskografie größtenteils auch. Und das trotz bzw. wegen des Fehlens der Industrial-Elemente, die man aus früheren Tagen kennt und nur noch in den beiden unnötigen Interludes "Orion" und "Dumpster Drive" vorfindet. Die düstere Atmosphäre und Abgedrehtheit (ungeachtet einiger Vocal-Parts) sucht man gar vergebens.

Was bleibt sind wütende Hasstiraden, die mit im Großen und Ganzen fetzenden Riffs, gewaltigen Drumsalven und zugegeben fetter Produktion unterlegt wurden. Man erkennt COAL CHAMBER trotz allem ganz klar wieder, vermisst aber sowohl ein gewisses Risiko im Songwriting als auch die ein oder andere Charakteristik, die diese Truppe damals zu einem der Pioniere des Genres erhoben hat. Bleibt letztlich die Frage, ob man "Rivals" im Jahre 2015 wirklich braucht? Schlecht ist's vom Songmaterial her beileibe nicht, weltbewegend oder auch nur auszugsweise etwas Neues sagend aber eben auch nicht...



Bewertung: 3.0 / 5.0
Autor: Pascal Staub (14.05.2015)

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