RazorCut - Rise Again

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VÖ: 00.03.2015
Bandinfo: RazorCut
Genre: Punk
Label: Rebellion Records
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Lineup  |  Trackliste

Schau an, viele Dinge bewegen sich doch im Kreis. Ursprünglich, in den 70ern war die Skinheadbewegung oft politisch links motiviert, jedenfalls aber liberal und klassenkämpferisch. Dann kamen eher zweifelhafte Gestalten und färbelten die Oi-Bewegung um und alles was mit Oi begann endete mit stumpfbraunem Gerülpse.

Das ging sehr lange so. Scheinbar aber haben aber sich aber Punks ihre Oi-Musik wieder zurückgeholt. Und scheinbar gibt es da gerade in Australien, und hier in Melbourne, eine brodelnde Szene des auch als Streetpunk bezeichneten Genres von Punkbands, die sich gegen die Bestimmung von oben auflehnen, den Kampf der Arbeiterklasse und das freie Leben an sich vertonen. Die alten Werte des kleinen Mannes also, wie sie leider zwischendurch eben auch von Leute mit starken rechten Armen missbraucht wurden, denn, wer will schon eine Fremdbestimmung mit der anderen tauschen?

Gut, ich schweife etwas ab, führe aber gerne auf Anfrage weiter aus.

RAZORCUT aus Melbourne bestehen zur Hälfte aus Mitgliedern von MARCHING ORDERS und spielen eben kämpferischen Streetpunk. Das ist im Endeffekt sehr melodiöser Punk der im gegebenen Fall mit einem charismatischen Gesang garniert wird.

Obacht, hier wird nichts neu erfunden. Die stilistische Breite im Punk ist eine sehr eingeschränkt, es geht um ein Maximum an musikalischer Nachvollziehbarkeit und um die Texte.

Und das machen sie gut. Nach zwei EPs, einer Mini-LP und zahlreichen Beiträgen zu Compilations machen RAZORCUT ihr Debüt auf dem Genre-Label Rebellion Records. Eine gute halbe Stunde mit elf starken Songs voller kämpferischer Parolen und Melodien die sich auch nach dem zehnten Mal nicht als beliebig erweisen (glaubt mir, ich hab es probiert). Und wie gesagt, als Alleinstellungsmerkmal Al´s charismatischer Gesang der die Band auf ein anderes Level hebt. Für eine Punkscheibe sind die Gitarren beinahe betörend heavy, das simple aber effektive Schlagzeug treibt die Songs zwingend an und das funktioniert auch bei Songs die über drei Minuten dauern. Keine Längen, keine großen Wiederholungen. Richtig gute Punkmusik.

Im Endeffekt (at the end of the day) präsentieren RAZORCUT mit "Rise Again" ein erfrischend traditionelles Werk ab, ohne altbacken zu klingen. Klar, ein wenig sollte man punkaffin sein, aber auch Metaller mit offenem Hirn und Herz könnten hier durchaus Gefallen finden.



Bewertung: 4.0 / 5.0
Autor: Christian Wiederwald (28.02.2015)

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