Tygers of Pan Tang - Tygers Sessions: The First Wave

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VÖ: 28.02.2015
Bandinfo: Tygers of Pan Tang
Genre: NWoBHM
Label: Skol Records
Hören & Kaufen: Webshop
Lineup  |  Trackliste  |  Credits

Da sind sie wieder, eine der großen Vorreiterbands der mittlerweile mystisch verklärten New Wave Of Heavy Metal, die TYGERS OF PAN TANG. Es gibt in dieser Nische der Rockmusik zirka 937 Bands und dazu ein paar tausend Metal-Nerds die jede einzelne Veröffentlichung dieser Bands kennen. Und ich rede hier nicht von den „Soundhouse Tapes" von IRON MAIDEN.

Viele, beinahe alle Bands des eigentlichen Beginns des modernen Metals (weg vom Blues und der drogeninduzierten psychedelischen Wahnsinnsausbrüche der 70er und nicht zuletzt weg vom Punk Rock) existieren schon lang nicht mehr und sind mit dem Terminus "obskur" auch nur unzureichend beschrieben. Singles von irgendwelchen Bands die wohl selbst nicht mehr wissen dass sie einst diese Single veröffentlicht haben werden mit Geldwerten angepriesen die zur Anschaffung einer 90 m² Wohnung in Zentrumsnähe reichen.

So wohl auch mit originalen Pressungen der TYGERS aus Whitley Bay. Gegründet schon 1978 kratzte man des Öfteren am Tor hinter dem der realisierbare Erfolg stand. Es blieb allerdings beim Kratzen. Sie waren wohl eine der Bands, die es beinahe geschafft haben. ANGEL WTCH und BLITZKRIEG waren da auch noch Anwärter.

Aber aus dem einen oder anderen Grund sollte es eben nicht sein.

Die "Tygers Sessions: The First Wave" sind 11 Klassiker aus den "The Wildcat Sessions" und den "The Spellbound Sessions" die ursprünglich nur dem Fanclub zugetragen wurden. Diese Neuauflage ist auch, so sagen SKOL Records, auf 1000 Stück limitiert. Schau ma amal.

Was bekommt der Heavy Metal Hörer hier geboten? Elf Songs von deinen einige wirklich deftig zünden, klarerweise "Gangland", "Slave To Freedom", "Take It" (dessen Anfangsriff an die SCORPIONS erinnert, mir fällt nur just der Song nicht ein...), das zügige "Hellbound" und die sich steigernde Ballade "Mirror".

Der Rest ist nicht ganz so gut und zeigt dann auch, warum es vielleicht nicht wirklich mit der großen Karriere geklappt hat. Natürlich spielen da auch andere Faktoren mit, aber Tunes wie "Suzie Smiled" und "Don´t Touch Me There" sind halt Rocknummern, die man in bestimmten Deutschlandsberger Pubs um drei Uhr morgens auch hört. Tun nicht weh, werden aber nie von 20.000 Fans beim Open Air lauthals gefordert.

Rein technisch passt alles, Sound ist gut, der Gesang von Jacopo Meille ist wirklich gut, ein fantastischer Rock-Sänger der auch ganz weit oben keine Probleme hat, noch rockig zu bleiben.

Alles in allem sicher ein Ohr wert, diese Zusammenstellung. Mir hängt da ein wenig zu viel nicht übertrieben originelles 70er-Jahrzehnt dabei, und da auch nur durchschnittlich. Das ist dann leider das subjektive im Arbeitsbereich des Reviewers…

Die guten Songs sind wirklich gut, das bleibt wohl für die Ewigkeit. Die derzeitige Besetzung macht ihre Arbeit tiptop (die Besetzungshistory ist HIER nachzulesen).

NWobHM, für die ganz alten unter uns. Nicht ganz die Spitze, nicht ganz der Boden. Gehobener Durchschnitt. Passt.



Bewertung: 3.5 / 5.0
Autor: Christian Wiederwald (22.02.2015)

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