Born From Pain - Dance With The Devil

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VÖ: 28.11.2014
Bandinfo: Born From Pain
Genre: Metalcore
Label: Beatdown Hardwear Records
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Lineup  |  Trackliste

Wenn man die Promo eines neuen BORN FROM PAIN Albums ordert, ist das in etwa so, wie wenn man beim Lieferservice seiner Wahl sein Lieblingsgericht bestellt und der Bote des Lokals mit dem fettesten Panzer überhaupt direkt in deine Räumlichkeiten pflügt, weil sich der sonst verwendete Smart-Kleinwagen gerade in Reparatur befindet. Schmeckt immer wieder gleich gut, hat aber doch den ein oder anderen Überraschungseffekt auf seiner Seite. Im Falle des niederländischen Hardcore-Vierers läuft mit "Dance With The Devil" die Maschine einmal mehr wie geschmiert.

Und irgendwie schaffen es auch nur BORN FROM PAIN wieder und wieder, von der ersten Sekunde an die Dampfwalze anzuschmeißen und weit über der üblichen Betriebtstemperatur zu halten, ohne, dass sich Abnutzungserscheinungen einschleichen. Gut, "The New Future" hatte zuletzt das ein oder andere Steinchen im Getriebe, aber spätestens wenn nach dem Filmsample-Intro der Opener "As Above, So Below" losholzt, kann man jeden Ölverlust einer noch so neuen Kriegsgerätschaft als Freudentänen des puren Stahls interpretieren. In "Cause And Effect" darf sich dann auch Rob Franssen am Mikro austoben, während Neu-Schlagwerker Max van Winkelhof die BOLT THROWER Riffsalven herrlich mit technoartigen Patterns unterlegt.

Die Rückkehr von Servé Olislangers an der Gitarre sorgt dabei für frischen Wind, gleichzeitig aber auch für den wiedergefundenen Oldschoolsound, wodurch auch richtig kurze Stücke wie "Eye In The Sky" wieder deutlich prägnanter ausfallen. Eine Stärke, die BORN FROM PAIN allerdings seit jeher ausgezeichnet hat, ist, dass sie sehr metallisch agieren und ihre Vorbilder und Vorlieben immer wieder in ihre Kompositionen einbinden. So weckt "Truth Of The Streets", in dem NASTY-Sänger Matthi einen Kontrast zu Rob abliefert, Erinnerungen an CELTIC FROST und das äußerst melodische "Chokehold" verweist gar auf die Göteborger Death-Schule. Mit "Lone Wolf" kriegt man dann eine temporeiche Trockenrasur mit der Säge verpasst, ehe der Titeltrack oder auch "Stand Free" die dicken, moshbaren Grooves und fetten Gangshouts auspacken, wobei der niederländische Rapper Def P zuletzt genanntem Stück noch eine Schippe mehr Charisma verleiht. In "Bleed The Poison" gibt sich dann Scott Vogel (TERROR) die Ehre und vergoldet den Midtempo-Nackenbrecher und dann ist der Spaß auch schon zu Ende.

Damit ist BORN FROM PAIN mit "Dance With The Devil" wohl eines ihrer stärksten Alben der Diskografie gelungen. Eine stahlharte Abrissbirne, die die völlig missratene Nervensäge Miley Cyrus eventuell mal wieder auf Normal polen könnte. Und nach den häufig eingestreuten Samples wissen wir auch, was wohl der Lieblingsfilm der Niederländer sein muss: "V for Vendetta". Da muss der Hörer ob der Frequenz, mit der man jene Zitate als Geschosse in's Panzerrohr steckt, selbst entscheiden, ob er das als Beeinträchtigung oder Bereicherung des Hörvergnügens interpretiert, aber wie auch meine Wenigkeit sollten BORN FROM PAIN Fans vom Gesamtpaket und seiner Durchschlagskraft durchaus geflasht sein.



Bewertung: 4.0 / 5.0
Autor: Pascal Staub (23.12.2014)

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