Attila - Guilty Pleasure

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VÖ: 28.11.2014
Bandinfo: Attila
Genre: Modern Metal
Label: Razor & Tie Records
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Lineup  |  Trackliste

Hell yeah, die Hater dürfen wieder ihre Mistgabeln und Fackeln rausholen, ATTILA sind zurück. Wer? Na ATTILA! Jaja, aus Amerika schwappt genügend Scheiße nach Europa: Das Freihandelsabkommen (vermutlich), Starbucks, die ein oder andere widerliche Fastfoodkette, große Teile des Metalcore. Aber Fronzilla und seine lustige Truppe kennt mal wieder niemand? Pech. In den Staaten wird ja alles gefeiert, was nicht bei Drei auf dem Baum ist, aber ATTILA sind eine ganz andere Hausnummer, die in den letzten 2-3 Jahren nicht umsonst einen unfassbaren Hype erfahren hat.

Erst ein Jahr ist "About That Life" übrigens alt, da legen die Jungs mit "Guilty Pleasure" bereits Ende November nach. Von sowas bin ich normal kein Freund, aber ATTILA sind nun auch nicht der tiefgründigste aller Brunnen auf der Welt. Um was geht es hier überhaupt? Kurz und prägnant: "Pizza, Sex And Trolls", ganz einfach. Und sonst so? Ausdrücke in Endlosschleife, Titten, diverse Erzählungen vom Paarungsakt mit diversen Müttern, Drogenentzug und die ein oder andere Gewaltandrohung. Ja, Fronter Chris Fronzak ist wahrlich ein lyrisches 'Genie' vor dem Herrn: Während sich andere im textlichen Hochgenuss verlieren, rappt's, grunzt's und gröhlt's der Kerl einfach in die freie Umlaufbahn. Fred Durst wird stolz auf ihn sein.

Der Größenwahn und die schamlos-rüde Wortwahl sind's aber nicht ausschließlich, warum ATTILA so unfassbar geil klingen. Das Repertoire, welches die Amis mitschleppen, ist einfach dermaßen vielseitig, dass die meisten ihrer stereotypen Genrekollegen älter als Madonna höchstselbst aussehen und sich Jobs im Astrologiebereich suchen können, weil das normale Fernglas nicht mehr ausreicht, um den Abstand zu bemessen. Die üblichen Grooves im Tieftonbereich ("Hate Me") gepaart mit I don't give a fuck about my bad reputation-Attitüde finden da ebenso ihren Platz wie das punkig-thrashige "Rebel", in dem ATTILA ihre geilen Gangshouts als "FUCK YOU" voll ausspielen, oder der im Tempo sehr variable Titeltrack, der hauptsächlich gerappt spittet. Das alles würde übrigens nur halb so gut gelingen, wären Fronz und seine Blödeltruppe nicht mit solch einer Spielfreude und Energie am Werk, wie sie sie in "I've Got Your Back", "Horsepig" und "Dirty Dirty" z.B. in Form von treibenden Rhythmen, melodischen Soli und variablen Gesangseinlagen an den Tag legen.

Als Fronzilla im Vorfeld von den persönlichsten Lyrics, die er je schrieb, sprach, musste ich doch etwas schmunzeln. Klar, er kackt so ziemlich jedem ATTILA-Kritiker und Feind seiner Person ordentlich in's Gesicht, hat für die meisten am Ende mit "Don't Be Basic" noch einen letzten Ratschlag parat. Sollte der wider Erwarten nichts nützen, bietet er seine Faust als "The Cure" gegen Neid und Missgunst an. Mit "Break My Addiction" und "Fake Friends" haben es zuvor aber tatsächlich zwei Songs auf die Platte geschafft, die tatsächlich ansatzweise so etwas wie einen ernsthaften Charakter beweisen. Ein Zeichen, dass der Herr nicht nur große Töne spucken sondern grundsätzlich auch ganz anders kann. Sein soziales wie auch ökologisches Engagement unterstützen diesen Eindruck.

Mit letzterem hat "Guilty Pleasure" allerdings nichts zu tun. Wenn man im Hiphop-Bereich von Imagerap spricht, haben wir's bei ATTILA wohl mit Image-Rapcore zu tun. Die Mischung ist dabei simpel, allerdings auch ungeheuer vielfältig: Deathcore, Rap, Thrash, Punk, Hardcore etc. werden zu einem Kraftpaket geschnürt, das keine Ausfälle, aber auch keinen Hit wie "Middle Fingers Up" vom Vorgänger beinhaltet. Macht aber auch gar nix, denn auch so lassen's ATTILA krachen. Man sollte sich allerdings der Tatsache bewusst sein, dass die Jungs musikalisch ähnlich polarisieren wie EMMURE, im lyrischen Bereich in puncto Geschmacklosigkeit aber locker davonziehen. Irgendwie fügt sich das bei ATTILA aber auch alles so wunderbar und trifft "Guilty Pleasure" auf die passenden Lauscher, ist das ein oder andere fette Grinsen vorprogrammiert. Sure that.



Bewertung: 4.0 / 5.0
Autor: Pascal Staub (05.12.2014)

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