Sebastian Bach - Give 'Em Hell

Artikel-Bild
VÖ: 18.04.2014
Bandinfo: Sebastian Bach
Genre: Hard Rock
Label: Frontiers Records
Hören & Kaufen: Amazon | Ebay
Lineup  |  Trackliste  |  Credits

Mit dem großen SKID ROW-Comeback ist es also nichts geworden. Obwohl der gute SEBASTIAN BACH in den letzten Jahren mitunter förmlich um eine Rückkehr bettelte, sind seine alten Kumpanen mit dem mittlerweile längst schon länger in Sold stehenden Johnny Solinger hoch zufrieden, spielten zudem unlängst eine mehr als amtliche Europatour und haben mit ihrer geplanten und bereits begonnen EP-Serie musikalisch wieder ordentlich Terrain gut gemacht. Für unseren Schönling Basti ist das aber natürlich kein Grund zu verzagen, denn als Solokünstler kann er auch auf ausreichend Erfolge vorweisen, schraubt unermüdlich an neuen Songs und veröffentlicht mit „Give 'Em Hell“ nun einen weiteren Studiorundling.

Hier muss gleich zu Beginn noch einmal bekräftigt werden, dass der Ersteindruck zwar viel, aber glücklicherweise nicht alles ist. Wäre dem nämlich der Fall, hätte ich das Teil schon nach dem ersten Blick auf das peinliche Cover-Artwork kübeln müssen. Und Leute – kommt mir in dem Fall bitte nicht mit „über Geschmack lässt sich nicht streiten“ – das ist einfach große Scheiße! Eine Mischung aus OZZY OSBOURNEs „The Ultimate Sin“ und BACHs (bewusst?) prominent platzierten „Youth Gone Wild“-Tätowierung samt Teufelshörnern, ähm, genug jetzt. Musikalisch ist das gute Teil glücklicherweise ziemlich in Ordnung. Ähnlich wie Kollege Wolfgang Kelz habe ich schon den 2011er Rundling „Kicking & Screaming“ passabel gefunden, und wenn man einmal die schauspielerischen und privaten Lächerlichkeiten des gelifteten MILF-Traums außer Acht lässt, dann muss man ihm einfach ein Gespür für knackige Songs im Fahrwasser von Hard Rock und Glam-orientierten Heavy Metal zugestehen.

Natürlich werden die guten Kracher vornehmlich in der ersten Albumhälfte verbraten. Der Opener „Hell Inside My Head“ schlängelt sich als eingängige Mischung aus 80s- und 90s-Rock durch die Gehörgänge, das anfangs nervende „Harmony“ entwickelt bei mehrmaligem Durchlauf Attraktivität, das bereits bekannte „Temptation“ klingt irgendwie wie CREED mit Eiern und das fetzige „Dominator“ lässt endlich mal die brachiale Rock-Sau durchscheinen. Das Schöne dabei ist, dass unser lieber Basti stimmlich tatsächlich noch immer on top ist und seine Range von aggressiv keifend über angenehm melodisch bis hin zu Klöten-zerdrückend himmelhoch feilbietet. In Zeiten der großen Rockstar-Heiserkeit (Coverdale und Konsorten) ein nicht unerhebliches und wichtiges Gut. Nur am Ende geht der an sich guten Scheibe die Puste aus – die Ballade „Rock’n’Roll Is A Vicious Game“ langweilt durch die Bank, „Disengaged“ schnüffelt außerhalb des Hauptriffs zu viel LINKIN PARK-Luft und das abschließende „Forget You“ nervt einfach durch die Bank. Auch die Produktion von Haus- und Hofmeister Bob Marlette drückt ein bisschen zu klinisch hochgepuscht ins Mett, ansonsten ist „Give ‚Em Hell“ aber eine durchaus runde und nette Sache. Von den tollen Gästen (siehe Infokasten) gar nicht zu sprechen…



Bewertung: 3.5 / 5.0
Autor: Robert Fröwein (10.04.2014)

WERBUNG: Hard
ANZEIGE
WERBUNG: ROCK SHOCK THEATRE 2020
ANZEIGE